Der Winter naht: Hier können Obdachlose in Hamburg jetzt einen Schlafplatz finden

Hamburg - Während sich die meisten Hamburger an kalten Wintertagen auf ihre Heizung verlassen können, haben es Obdachlose in dieser Jahreszeit besonders schwer. Deswegen startet die Stadt ab 1. November das Winternotprogramm.
Auch auf der Reeperbahn schlafen zahlreiche Obdachlose unter freiem Himmel (Archivfoto).
Auch auf der Reeperbahn schlafen zahlreiche Obdachlose unter freiem Himmel (Archivfoto).  © dpa/Maja Hitij

Bis Ende März 2019 werden 760 zusätzliche Übernachtungsplätze für Wohnungslose bereitgestellt.

Sie sollen damit vor Erfrierungen und schlimmstenfalls dem Tod durch strengen Frost geschützt werden.

Außerdem gibt es bei den Übernachtungsplätzen Beratungsangebote, um die bestehende Obdachlosigkeit zu überwinden.

Nach Angaben der Sozialbehörde fanden so im vergangenen Winter 331 Menschen den Weg ins soziale Hilfesystem und leben nun nicht mehr auf der Straße.

400 Schlafplätze befinden sich in der Friesenstraße 22. Rund 250 Schlafplätze stehen in Container-Modulhäusern in der Kollaustraße 15 zur Verfügung; dort gibt es außerdem etwa 100 Reserveplätze.

Informationen über das Winternotprogramm hat die Stadt in einem Flyer zusammengetragen, der hier als PDF heruntergeladen werden kann.

Kritik an Öffnungszeiten und Selektion

Das Winternotprogramm soll Obdachlosen in Hamburg eine warme Übernachtung ermöglichen (Archivbild).
Das Winternotprogramm soll Obdachlosen in Hamburg eine warme Übernachtung ermöglichen (Archivbild).
Tagsüber müssen die Obdachlosen die Unterkünfte allerdings wieder verlassen. Das trifft seit Jahren auf Kritik, ebenso wie die Selektion nach Staatsangehörigkeit.

Wie das Hamburger Straßenmagazin Hinz&Kunzt berichtet, erhalten Osteuropäer mit einer Meldeadresse in ihrem Herkunftsland keinen Zugang zu den Betten in den Notunterkünften. Betroffen davon seien hauptsächlich Rumänen und Bulgaren.

Anfang dieses Jahres forderte die Petition eines ehemaligen Obdachlosen die Stadt auf, die Unterkünfte des Winternotprogramms auch tagsüber zu öffnen und keine Menschen aufgrund ihrer Nationalität auszuschließen.

Mehr als 100.000 Unterschriften kamen zusammen. Doch die Stadt blieb bei ihrer harten Linie.

Titelfoto: dpa/Maja Hitij


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