Obdachloser angezündet: Mildes Urteil für die Angeklagten?

Um U-Bahnhof Schönleinstraße geschah das Verbrechen.
Um U-Bahnhof Schönleinstraße geschah das Verbrechen.  © DPA

Berlin – Knapp ein halbes Jahr nach der Feuerattacke gegen einen schlafenden Obdachlosen in einem Berliner U-Bahnhof wird das Landgericht der Hauptstadt am Dienstag voraussichtlich das Urteil verkünden. Angeklagt sind sechs junge Männer im Alter zwischen 16 und 21 Jahren wegen versuchten Mordes.

Der Fall hatte bundesweit Bestürzung ausgelöst.

Das Gericht hat bereits angedeutet, dass auch eine Verurteilung wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung in Frage kommen könnte. Das Delikt wiegt aus juristischer Sicht nicht so schwer wie versuchter Mord.

Überraschend waren am Freitag fünf Angeklagte aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Dort sitzt nur noch der 21-jährige Hauptverdächtige. Zunächst werden am Dienstag (9.15 Uhr) die Verteidiger der Angeklagten ihre Plädoyers halten. Wann genau das Urteil gesprochen wird, stand zuletzt noch nicht fest.

Den Flüchtlingen aus Syrien und Libyen wird vorgeworfen, in der Weihnachtsnacht 2016 einen schlafenden Obdachlosen auf einer Bank im Kreuzberger U-Bahnhof Schönleinstraße angezündet zu haben.

Nur durch das Eingreifen von Fahrgästen konnte laut Staatsanwaltschaft Schlimmeres verhindert werden. Sie löschten die Flammen, der ahnungslose Mann aus Polen blieb unverletzt.

Für den Hauptangeklagten hat die Staatsanwaltschaft eine Gefängnisstrafe von vier Jahren gefordert. Die Angeklagten hatten einen Tötungsversuch zurückgewiesen.

Die Angeklagten vor Gericht, gegen sie wird am Dienstag das Urteil erwartet.
Die Angeklagten vor Gericht, gegen sie wird am Dienstag das Urteil erwartet.  © DPA

Titelfoto: DPA


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