Gefundene Baby-Leiche am Straßenrand: Säugling hat nach Geburt noch gelebt

Rostock - Nach dem Fund eines toten Babys in Rostock-Lichtenhagen ist jetzt klar: Das neugeborene Mädchen hat nach der Geburt noch gelebt.

Blumen, Kerzen und Plüschtiere stehen an der Stelle am Straßenrand in Rostock, wo der tote Säugling gefunden wurde.
Blumen, Kerzen und Plüschtiere stehen an der Stelle am Straßenrand in Rostock, wo der tote Säugling gefunden wurde.  © dpa/Bernd Wüstneck

Das habe die Obduktion durch Rechtsmediziner ergeben, teilte die Staatsanwaltschaft Rostock am Montag mit.

Die Staatsanwaltschaft will im Laufe des Tages Haftbefehl wegen Totschlags gegen die Mutter beantragen, berichtet die Ostsee-Zeitung. Falls die junge Frau, ihr Kind absichtlich getötet hat, komme allerdings ein Mordverdacht hinzu.

Eine Frau hatte das leblose Baby am Samstag an einer Straße im Nordwesten Rostocks gefunden.

Am Sonntag wurde aufgrund von Ermittlungen und Zeugenaussagen eine 26 Jahre alte Frau aus Rostock festgenommen, deren Eltern in dem Stadtteil wohnen sollen.

Die 26-Jährige soll das Kind nicht lange vor dem Fund geboren haben.

"Der eigentliche Geburtsort und die weiteren Umstände sind aber noch nicht geklärt", sagte der Sprecher.

Unweit der Fundstelle wurde Blut nahe einer Tischtennisplatte gefunden, das nun mit Sand abgedeckt ist.
Unweit der Fundstelle wurde Blut nahe einer Tischtennisplatte gefunden, das nun mit Sand abgedeckt ist.  © dpa/Bernd Wüstneck

Die 26-Jährige habe noch nicht befragt werden können, denn sie wurde zunächst in eine Klinik gebracht, wo sie medizinisch versorgt und untersucht werden sollte.

Sie soll bereits ein weiteres Kind haben. Das Jugendamt habe sich eingeschaltet und prüfe, wo es sich derzeit aufhalte.

Unweit des Baby-Fundortes haben Anwohner Kerzen und Plüschtiere aufgestellt.

Die Spurensicherung untersuchte auch eine steinerne Tischtennisplatte auf einem Spielplatz, etwa 200 Meter vom Fundort entfernt.

Dort sollen sich Blutspuren befunden haben, von denen aber nicht klar ist, ob sie mit dem Vorfall zu tun haben, sagte der Sprecher.

Update, 17.35 Uhr: Haftbefehl erlassen

Das Amtsgericht Rostock hat Haftbefehl gegen die Mutter des tot in Rostock-Lichtenhagen gefundenen Säuglings erlassen. Gegen die 26 Jahre alte Frau bestehe der dringende Verdacht des Totschlags, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock, Harald Nowack, am Montag.

Wie die Obduktion ergeben hatte, hat das kleine Mädchen nach der Geburt noch gelebt. Die Todesursache und die weiteren Umstände von Geburt und dem Geschehen danach seien aber noch unklar.

Die 26-Jährige habe noch nicht befragt werden können. Sie war zunächst in eine Klinik gebracht worden, wo sie medizinisch versorgt wurde. Das Amtsgericht setzte den Haftbefehl im Anschluss "außer Vollzug" und erteilte der Frau strenge Meldeauflagen.

"Die Gesamtumstände sprechen dafür, das so zu handhaben", erklärte Nowack. Damit sei das Gericht auch einem Wunsch der Frau entgegengekommen, die sich in eine psychiatrische Einrichtung begeben wollte.

Titelfoto: dpa/Bernd Wüstneck

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