Abschied vom Esel: Deshalb soll Jesus ab sofort auf E-Scooter wechseln

Oberammergau - Sohn Gottes auf Elektro-Tretroller? Bei den Oberammergauer Passionsspielen im kommenden Jahr soll Jesus nach Ansicht von Tierschützern nicht auf einem Esel, sondern auf einem E-Scooter nach Jerusalem einziehen.

Die Oberammergauer Passionsspiele finden im kommenden Jahr einmal mehr statt.
Die Oberammergauer Passionsspiele finden im kommenden Jahr einmal mehr statt.  © Tobias Hase/dpa

Der Ritt eines erwachsenen Christus-Darstellers auf einem Esel sei tierschutzwidrig, erklärte die Organisation Peta am Donnerstag.

"Heutzutage würde Jesus nicht mehr auf einem Esel reisen. Er würde sich vermutlich auf einem E-Roller oder mit einem anderen tier- und umweltfreundlichen Elektromobil fortbewegen", hieß es in einer Mitteilung.

Deswegen forderte die Tierschutzorganisation unter anderem den Bürgermeister der Gemeinde im Landkreis Garmisch-Partenkirchen auf, bei den Passionsspielen auf Tiere zu verzichten.

Die Veranstalter teilten auf Anfrage mit, sich an die gesetzlichen Vorschriften zum Tierschutz zu halten. Die Alternative mit E-Scootern sei nicht denkbar, sagte ein Sprecher, der sich gerade mit den Hauptdarstellern in Israel befindet.

Die Passionsspiele in Bayern stünden in einem historischen Kontext, in dem es noch keine Elektrofahrzeuge gegebenen habe.

Rund 2400 Oberammergauer werden das Laienspiel vom Leiden, Sterben und der Auferstehen Jesu vom 16. Mai bis einschließlich 4. Oktober des Jahres 2020 aufführen. Es geht auf ein Pestgelübde zurück. Im Jahr 1633 hatten die Oberammergauer versprochen, alle zehn Jahre die Geschichte der letzten Tage im Leben Christi aufzuführen, wenn niemand mehr an der Pest sterbe - was nach der Überlieferung eintraf.

Mit 4500 Sitzplätzen im überdachten Zuschauerraum ist das Passionstheater Oberammergau der Gemeinde zufolge die größte Freiluftbühne mit überdachtem Zuschauerraum der Welt. Erwartet werden eine halbe Million Besucher.

E-Scooter statt Esel? Tierschützer sorgen mit einer kuriosen Forderung für Aufsehen.
E-Scooter statt Esel? Tierschützer sorgen mit einer kuriosen Forderung für Aufsehen.  © Tobias Hase/dpa

Titelfoto: Tobias Hase/dpa

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