Tödliche Messerangriffe auf Danzigs Bürgermeister: OB Jung zeigt sich entsetzt

Danzig/Leipzig - Nach dem tödlichen Anschlag auf Danzigs Oberbürgermeister Paweł Adamowicz (†53) zeigt sich OB Burkhard Jung (60) am Montag entsetzt.

Paweł Adamowicz (†53, l.) starb am Montag an den Folgen einer Messerattacke. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (60, r.) zieht nach dem Vorfall Konsequenzen.
Paweł Adamowicz (†53, l.) starb am Montag an den Folgen einer Messerattacke. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (60, r.) zieht nach dem Vorfall Konsequenzen.  © DPA

Der Bürgermeister der polnischen Stadt wurde am Sonntagabend mit einem zirka 15 Zentimetern langen Messer angegriffen. Hinter der Tat wurde Rache vermutet. Der Täter - ein 27-jähriger Pole - soll gerufen haben, dass er unschuldig in Haft gewesen sei, hieß es unter Berufung auf Augenzeugen. Ermittler schlossen eine psychische Erkrankung des Angreifers nicht aus (TAG24 berichtete).

Oberbürgermeister Jung am Montag: "Die Öffentlichkeit musste Zeuge eines feigen Mordanschlages werden. Für mich ist diese Attacke ein deutlicher Hinweis darauf, dass Worten irgendwann auch Taten folgen. Wir erleben nicht nur in Polen eine seit Jahren aufgeheizte Stimmung und Spaltung der Gesellschaft, in der Hass von immer noch mehr Hass überboten wird und der jetzt ein Todesopfer gefordert hat. Der Angriff muss uns allen erneut Zeichen sein, jede Gewalt zu ächten und für eine friedliche Gesellschaft zu kämpfen."

Die beiden Stadt-Oberhäupter kannten sich seit vielen Jahren. Erst im vergangenen Sommer war eine Delegation von rund 50 Frauen und Männer aus Leipzig nach Danzig gereist, um sich unter anderem über das Solidarność -Zentrum zu informieren.

Leipzig und Danzig verbindet auch die Geschichte der 1980er-Jahre im Widerstand gegen den Kommunismus. In Danzig nahm die Solidarność-Bewegung in Polen ihren Ursprung. Leipzig ist Keimzelle der Friedlichen Revolution von 1989.

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