Golden Retriever der Ex bricht sich Hinterbein: Ist der Verflossene dafür haftbar?

Frankfurt am Main - Fast 20.000 Euro Schadenersatz wollte eine Frau von ihrem früheren Freund haben, den sie für das gebrochene Bein ihres jungen Hundes verantwortlich machte.

Der junge Golden Retriever hatte sich bei einem Sprung ein Hinterbein gebrochen (Symbolbild).
Der junge Golden Retriever hatte sich bei einem Sprung ein Hinterbein gebrochen (Symbolbild).  © 123RF

Der Mann hatte einige Wochen nach der Trennung des Paares dem Retriever zu dessen erstem Geburtstag einen fußballgroßen Ball geschenkt. Anschließend spielte er mit dem Hund, der den Ball zurückbringen sollte.

Nach einer halben Stunde sprang der zur Rasse Flat-Coated gehörende Retriever jedoch so in die Luft, dass er mit dem gesamten Gewicht auf dem hinteren linken Bein aufkam und sich das Hinterbein brach.

Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt wies die Klage der Frau ab und stellte in dem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss fest, dass das Unglück nicht dem Werfer zuzurechnen sei.

Wenn ein junger Hund beim Springen nach einem Ball einen Bruch erleide, sei dies ein "gänzlich unwahrscheinliches Ereignis". Das Springen gehöre zum Spieltrieb gerade von jungen Hunden.

Grundsätzlich könne davon ausgegangen werden, dass die "körperliche Konstitution eines Hundes so ist, dass er derartige tiertypische Handlungen ohne Verletzungen durchführen kann". Außerdem habe die Halterin des Hundes auch nichts gegen das Spielen ihres Ex-Partners mit dem Tier unternommen.

Das OLG bestätigte mit seiner unanfechtbaren Entscheidung ein Urteil des Landgerichts Gießen. Die Frau hatte Schadenersatz von knapp 18.000 Euro geltend gemacht.

Neben den Behandlungskosten für den Hund verlangte sie entgangenen Gewinn, da der Retriever wegen der Verletzungen nicht mehr zuchttauglich sei.

Titelfoto: DPA

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