Hat ein Doktorand aus Deutschland IS-Werbung auf Facebook betrieben?

Frankfurt am Main - Nach rund 15 Monaten wird im Prozess gegen den mutmaßlichen IS-Werber Malik F. am Freitag (11 Uhr) vor dem Oberlandesgericht Frankfurt das Urteil erwartet.

Fotomontage: Der 38 Jahre alte frühere Doktorand soll auf Facebook Werbung für den IS gemacht haben (Symbolbild).
Fotomontage: Der 38 Jahre alte frühere Doktorand soll auf Facebook Werbung für den IS gemacht haben (Symbolbild).  © Str/AP/dpa/123RF

Nach Ansicht der Generalstaatsanwaltschaft soll der heute 38 Jahre alte frühere Doktorand der Technischen Universität Darmstadt eine Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten erhalten.

In zwei Fällen hatte der Mann laut Anklage über die Plattform Facebook die Einwohner der syrischen Stadt Idleb zur Teilnahme am bewaffneten Kampf für den "Islamischen Staat" (IS) aufgerufen.

Darin sehen die Vertreter der Anklage ein verbotenes Werben für die terroristische Vereinigung. F. hat sich seit März 2018 vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Frankfurt zu verantworten.

Der gegen ihn bestehende Haftbefehl wurde im Lauf des Prozesses außer Vollzug gesetzt, weil die Richter in Anbetracht der bereits zurückliegenden Untersuchungshaft und der zu erwartenden Strafe keine Fluchtgefahr mehr sahen.

Bewährungsstrafe für IS-Werber

Update 13.20 Uhr: Wegen verbotenen Werbens für eine Terrororganisation sowie der Billigung von Straftaten ist ein 38-Jähriger vom Oberlandesgericht Frankfurt zu eineinhalb Jahren Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Der Mann habe in zwei Facebook-Posts die Einwohner der syrischen Stadt Idleb zum bewaffneten Kampf für die Terrororganisation "Islamischer Staat" aufgerufen und damit "beharrlich seine islamistische Gesinnung gezeigt", hieß es am Freitag in der Urteilsbegründung des Staatsschutzsenates.

Freigesprochen wurde er dagegen vom Vorwurf, im Internet Anleitungen zum Bau von Schalldämpfern und der Herstellung von Explosionsstoffen verschickt zu haben. Er habe diese Taten in der Türkei begangen, wo es keine entsprechenden Strafvorschriften gebe, sagte Vorsitzender Richter Thomas Sagebiel.

Die Generalstaatsanwaltschaft hatte zwei Jahre und vier Monate Haft beantragt, die Verteidigung neun Monate zur Bewährung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Prozess findet vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt statt (Symbolbild).
Der Prozess findet vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt statt (Symbolbild).  © DPA

Titelfoto: Str/AP/dpa/123RF

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