Rechtswidrig? Mindestgröße für Polizisten auf dem Prüfstand

Der Kläger Jan S. sitzt vor dem Oberverwaltungsgericht für das Land NRW in Münster.
Der Kläger Jan S. sitzt vor dem Oberverwaltungsgericht für das Land NRW in Münster.  © DPA

Münster - Ist eine vom Land Nordrhein-Westfalen geforderte Mindestgröße für männliche Polizeibewerber von 1,68 Meter zulässig? Über diese Frage entschied am Donnerstag das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster.

Ein Erlass des Innenministeriums zur Mindestgröße von Polizisten sei rechtswidrig, entschieden die Richter.

Geklagt hatte ein heute 32 Jahre alter Mann, der wegen seiner Körpergröße von 1,66 Meter bei der Landespolizei NRW nicht genommen wurde.

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte dem Mann in erster Instanz Recht gegeben und entschieden, dass er nicht wegen seiner zu geringen Körpergröße abgelehnt werden darf. Gegen diese Entscheidung hatte das Land Berufung eingelegt.

Das Urteil hat voraussichtlich Bedeutung über den Einzelfall hinaus. "Es gibt sieben weitere anhängige Verfahren beim Oberverwaltungsgericht zum Thema Mindestgröße bei der Polizei in NRW", sagte Gudrun Dahme, Sprecherin des Oberverwaltungsgerichts Münster.

Damit haben nun auch kleinere Männer eine Chance, bei der Polizei genommen zu werden. Das Land NRW fordert derzeit bei weiblichen Bewerbern eine Mindestgröße von 1,63 Metern, bei männlichen von 1,68 Metern.

Bereits im August entschied das Verwaltungsgericht Düsseldorf, dass eine junge Frau, der 1,5 Zentimeter an Körpergröße für die Polizistenlaufbahn fehlten, nicht von der Bewerbung ausgeschlossen werden darf (TAG24 berichtete).

Die Richter entschieden, dass die Mindestgröße unzulässig ist.
Die Richter entschieden, dass die Mindestgröße unzulässig ist.  © DPA

Titelfoto: DPA


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