Falschparker sorgen am Fichtelberg für Chaos!

Oberwiesenthal - Wo Sachsens Luft am dünnsten ist, sieht's auch mit Parkplätzen oft mager aus. Besonders an Wintersport- und Ferienwochenenden ist der Fichtelberg (1215 Meter) stark frequentiert.

Hier stehen die Fahrzeuge noch ordentlich in Reih und Glied. An manchen Tagen sieht das anders aus - trotz Beschilderung an Teilen des Plateaus.
Hier stehen die Fahrzeuge noch ordentlich in Reih und Glied. An manchen Tagen sieht das anders aus - trotz Beschilderung an Teilen des Plateaus.  © Kristin Schmidt

Dann parken zu viele Autos kreuz und quer, kann manchmal auch der Linienbus nicht wenden. Der fährt dann gar nicht erst rauf aufs Dach der Sachsen.

Achtmal ist das in diesem Jahr schon passiert, wie Stefanie Uhlig vom Regionalverkehr Erzgebirge bestätigt. Zuletzt im Mai. "Ein Bus hat schließlich einen gewissen Wendekreis", erklärt sie.

Sei der Platz dafür nicht gegeben, bleibe den Fahrern nichts anderes übrig, als ihre Gäste schon an der Sachsenbaude aussteigen zu lassen.

Nur: Die liegt eineinhalb Kilometer (und 80 Höhenmeter!) unterhalb des Fichtelberg-Plateaus. Gerade für Ältere ein ziemlicher Fußmarsch.

Schuld an der Misere sind natürlich zuvorderst die Falschparker. Allzu streng bestrafen - und damit verprellen - will man die aber nach Möglichkeit nicht.

Die Pächter des Hotels Fichtelberghaus (60 eigene Parkplätze), eine Familie Meinel, versucht deshalb bei großem Ansturm "vor Ort die Autofahrer zu lenken", sprich: zum Wenden und Zurückfahren zu bewegen.

Senior-Chef Harry Meinel: "Nach unserer Meinung müsste der Landkreis als Eigentümer eine Zugangssperre installieren." Zum Beispiel Poller oder eine Schranke, die sich nur von Berechtigten (Linienbus, Rettungsdienste usw.) öffnen lässt.

Auch Oberwiesenthals Bürgermeister Mirko Ernst (FDP), dessen Ordnungsamt die Falschparker eher sporadisch kontrolliert, ist sich der Problematik bewusst. Er verweist darauf, dass sich seit Monaten eine Arbeitsgruppe mit der Park-Situation am Fichtelberg befasst. Besetzt mit Vertretern aus Landratsamt, Polizei, Hotel und Stadtverwaltung.

"Dieser Prozess ist gegenwärtig noch nicht abgeschlossen", bittet Ernst um Geduld. Klingt nicht, als ob Abhilfe noch in den Sommerferien zu erwarten sei.

Jens Petzold (56) vom Regionalverkehr Erzgebirge muss manchmal mächtig zirkeln. Es gibt Tage, da schaffen es die Busse gar nicht bis zum Gipfel.
Jens Petzold (56) vom Regionalverkehr Erzgebirge muss manchmal mächtig zirkeln. Es gibt Tage, da schaffen es die Busse gar nicht bis zum Gipfel.  © Sven Gleisberg