Dramatische Rettung in Sachsen: Bergwacht rettet Wandergruppe aus Tiefschnee

Oberwiesenthal - Dramatische Rettungsaktion am Fichtelberg: Die Bergwacht Oberwiesenthal musste am Wochenende eine Wandergruppe aus dem Tiefschnee retten.

Mit schwerem Gerät machten sich die Retter auf den Weg in den Wald.
Mit schwerem Gerät machten sich die Retter auf den Weg in den Wald.  © Facebook/Bergwacht Oberwiesenthal

Die sechs Wanderer hatte sich am Samstag von Markersbach aus auf den Weg zum rund 15 Kilometer entfernten Fichtelberg gemacht. Doch nach zwölf Stunden Fußmarsch durch den Tiefschnee waren sie mit ihren Kräften am Ende. Gegen 20 Uhr alarmierten die Wanderer die Bergwacht und baten um Hilfe.

Zum diesem Zeitpunkt waren nur drei Kameraden zur Nachtski-Absicherung bei der Bergwacht da, deshalb wurden zusätzliche Kräfte alarmiert. Die Retter machten sich auf den Weg in Richtung Tellerhäuser. Doch das war nicht ganz ungefährlich: "Weil aufgrund der derzeitigen Wetterlage das gesamte Waldgebiet samt Hauptstraße wegen Baumbruch gesperrt ist, musste auf besondere Vorsicht geachtet werden", berichtet die Bergwacht auf Facebook.

Bis zu den Wanderern stand den Einsatzkräften noch ein zweieinhalb Kilometer langer Weg durch den tief verschneiten Wald bevor. Mit schwerem Gerät mit Kettensatz und Seilwinde machte sich die Bergwacht auf die Suche nach den Wanderern. "Die Spuren der Ketten erreichten dabei eine Tiefe von bis zu über einem halben Meter."

Die Rettung war nicht ungefährlich, weil die Wälder im Erzgebirge wegen Schneebruch noch gesperrt sind.
Die Rettung war nicht ungefährlich, weil die Wälder im Erzgebirge wegen Schneebruch noch gesperrt sind.  © Facebook/Bergwacht Oberwiesenthal

Nach einigen Minuten hatten die Retter die erschöpften Personen gefunden. Sofort begannen sie damit, die Wanderer zu wärmen und sie in Richtung Krankentransport zu bringen. Die Wanderer waren erschöpft, aber unversehrt.

Doch da wurde sichtbar, wie gefährlich der Aufenthalt im Wald derzeit ist: Der Weg, den die Bergwacht gerade noch benutzt hatte, wurde plötzlich von einem umgestürzten Baum blockiert. Ein weiterer Kamerad wurde mit Quad und Motorsäge in den Wald gerufen. Nachdem der Weg beräumt war, konnte sich die Retter und die Wanderer schließlich auf den Weg zur Bergwacht-Station machen.

Bereits seit Tagen sind die Wälder im Erzgebirge gesperrt. Durch den vielen Neuschnee in der vergangenen Woche besteht aktuell akute Schneebruchgefahr, Bäume können zusammenbrechen und Äste abknicken.

Der Aufenthalt im Wald ist lebensgefährlich. Teilweise mussten am Wochenende Loipen gesperrt werden und auch zahlreiche Straßen sind noch dicht (eine aktuelle Liste der Sperrungen gibt es ->> hier). Die Feuerwehr ist seit Tagen im Dauereinsatz.

Update, 13.45 Uhr:

Die Wanderer müssen die Kosten für ihre Rettung selber tragen. Die Wanderer hatten trotz Verbotes den gesperrten Wald betreten und sich damit nicht nur selbst, sondern auch die Retter in Gefahr gebracht. Wie der MDR berichtet, wird ihnen der Einsatz nun in Rechnung gestellt.

Titelfoto: Facebook/Bergwacht Oberwiesenthal

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