Hat sie noch eine Chance? Wetterwarte auf Fichtelberg läutet Sturm

Schwarzenbergs Gerd Schlesinger (56) und Glockenexperte Jörg Eller (45) 
läuteten Sturm für die Wetterwarte.
Schwarzenbergs Gerd Schlesinger (56) und Glockenexperte Jörg Eller (45) läuteten Sturm für die Wetterwarte.  © Sven Gleisberg

Oberwiesenthal - Noch haben sie den Kampf um die Wetterstation auf dem Fichtelberg nicht aufgegeben: Der Schwarzenberger Türmer Gerd Schlesinger und Glockenexperte Jörg Eller läuteten am Sonntag Sturm. Zusammen mit der Grünen-Politikerin Ulrike Kahl (57) ließen sie die Friedensglocke in der Hoffnung erklingen, die Wetterwarte doch noch zu retten.

Ab 2019 sollen die derzeit sechs Meteorologen durch vollautomatische Messgeräte ersetzt werden. „Das kann aber nur zulasten der Messergebnisse gehen“, sagt Kahl. „Viele automatische Messgeräte haben aufgrund der Witterungsverhältnisse auf Sachsens höchstem Gipfel die bisherigen Tests nicht bestanden und mussten wieder abgebaut werden.“

Seit mehr als 100 Jahren liefern Wetterfrösche Daten von Deutschlands höchstgelegener Messstation. „Ohne jegliches Personal jedoch stünde eine einmalig lückenlose Klimareihe vor dem Aus. Diese ununterbrochenen Aufzeichnungen waren trotz zweier Weltkriege, einem Großbrand, unzähliger Blitzeinschläge sowie Stromausfälle möglich.“

Eine Petition für den Erhalt der Wetterwarte haben bislang rund 2000 Unterstützer unterzeichnet. „Ich hoffe, es werden noch viele mehr. Und ich hoffe, dass endlich einmal diejenigen, die über die Schließung vom Schreibtisch aus entschieden haben, sich endlich einmal vor Ort selbst ein Bild machen.“

Die Wetterwarte auf dem Fichtelberg gibvt‘s seit mehr als 100 Jahren.
Die Wetterwarte auf dem Fichtelberg gibvt‘s seit mehr als 100 Jahren.  © Sven Gleisberg

Titelfoto: Sven Gleisberg


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