Weiter ohne Personal? Wetterstation soll nächsten Winter besser funktionieren

Oberwiesenthal - Seit 1916 war die Wetterwarte auf dem Fichtelberg kein einziges Mal unbesetzt - bis zum diesjährigen Januar. Der Deutsche Wetterdienst setzt jetzt auf Vollautomatisierung und zog die Mitarbeiter am Fichtelberg ab. Über die Folgen diskutierten am Mittwoch Grünen-Bundestagsabgeordneter Stephan Kühn (39) und Prof. Dr. Gerhard Adrian (60), Präsident vom Deutschen Wetterdienst.

Prof. Dr. Gerhard Adrian (60, F.l.) sprach sich für die Vollautomatisierung der Wetterwarte aus. Stephan Kühn (39, Grüne, F.r.) wünscht sich die Wetterbeobachter am Fichtelberg zurück.
Prof. Dr. Gerhard Adrian (60, F.l.) sprach sich für die Vollautomatisierung der Wetterwarte aus. Stephan Kühn (39, Grüne, F.r.) wünscht sich die Wetterbeobachter am Fichtelberg zurück.  © Uwe Meinhold

"Unsere Befürchtungen sind leider eingetroffen", so Stephan Kühn. "Der Deutsche Wetterdienst hat Schritt zwei vor Schritt eins gemacht. Das bringt Probleme mit sich." Die Grünen sprachen sich bereits in der Vergangenheit für den Verbleib der Wetterbeobachter aus. 2017 reichten sie sogar eine Petition im Deutschen Bundestag ein.

Ihre Sorge: Der Deutsche Wetterdienst ist technisch nicht auf die Vollautomatisierung ihrer Wetterwarten vorbereitet. "Exakte Messungen sind enorm wichtig", so Kühn. "Nicht nur für Klimaforscher, sondern auch für den Hochwasserschutz." Seit Januar kam es vermehrt zu falschen Daten. Manche Messungen wurden erst gar nicht veröffentlicht, da sie nicht den Qualitätsansprüchen genügten.

Doch der Deutsche Wetterdienst zeigt Einsicht: "Uns wurde versprochen, dass der nächste Winter besser laufen wird", so der Grünen-Politiker. Außerdem wird derzeit nach Dienstleistern gesucht, die sich um die Wartungen der sensiblen Messgeräte kümmern sollen.

Nach über 100 Jahren ist hier Schluss: Die Wetterwarte auf dem Fichtelberg bleibt unbesetzt.
Nach über 100 Jahren ist hier Schluss: Die Wetterwarte auf dem Fichtelberg bleibt unbesetzt.  © Uwe Meinhold

Titelfoto: Uwe Meinhold

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