Bauern in Sorge: Wie schlecht steht es um die Obstblüte im Alten Land?

Jork - Die Blüten der Obstbäume im Alten Land sind in diesem Frühjahr anfälliger als sonst. Der letzte Sommer war zu heiß und trocken, dieser Frühling ist eher zu kalt.

Eine Eisschicht umschließt die Blüten eines Obstbaumes: Die Blüten im Alten Land sind in diesem Frühjahr anfälliger als sonst.
Eine Eisschicht umschließt die Blüten eines Obstbaumes: Die Blüten im Alten Land sind in diesem Frühjahr anfälliger als sonst.  © DPA

Im Alten Land, dem größten zusammenhängenden Obstanbaugebiet nördlich der Alpen, steht die Blüte in diesem Frühjahr noch am Anfang. Derzeit blühen die Kirschbäume. Die Apfelblüte wird nach Angaben von Obstbauern wohl erst kommende Woche einsetzen.

Aktuell haben die Landwirte auch mit dem kalten Wetter zu kämpfen. Um die empfindlichen Blüten gegen Nachtfrost zu schützen, müssen sie ihre Beregnungsanlagen einsetzen.

"Wir sind mittendrin in einer Kaltfront", sagte der Obstbauer Jochen Feind aus Jork. Den Landwirten steckt auch das Jahr 2017 noch in den Knochen: Da hatte ein frostiges Frühjahr europaweit die Ernte geschmälert.

Die Apfelbäume haben aber zumindest schon dicke Knospen und werden kommende Woche wohl aufblühen.

Äpfel sind die wichtigste Frucht im Alten Land, auf 10.700 Hektar Fläche machen sie 90 Prozent aus.

"Die Blüten sind in diesem Jahr aber anfälliger als sonst", sagt Matthias Görgens, stellvertretender Leiter des Obstbauzentrums in Jork. Er führt dies unter anderem auf die Belastung der Bäume durch die lange Trockenheit im vergangenen Sommer zurück.

Die Obstbauern bekämpfen Kälte mit Kälte. Durch die nächtliche Beregnung entsteht auf den Bäumen ein leichter Eispanzer, erläutert Görgens. Solange diese Schicht nach außen wachse, greife der Frost die Blüten innen nicht an. 80 Prozent der Flächen im Alten Land können beregnet werden.

Doch die Nachttemperaturen sind Görgens zufolge an jeder Obstwiese unterschiedlich. Die Bauern müssen ihre Flächen und das Wetter genau beobachten, um den Frost zu bekämpfen.

Auf Umfang und Qualität der künftigen Ernte lassen die Probleme des kalten Frühjahrs aber noch nicht schließen, sagen Feind wie Görgens. Dabei spielten auch die Bestäubung oder das künftige Sommerwetter eine große Rolle.

Nach der Beregnung hat sich ein leichter Eispanzer um die Blüten gebildet.
Nach der Beregnung hat sich ein leichter Eispanzer um die Blüten gebildet.  © DPA

Titelfoto: DPA

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