"Wir waren besoffen" Zündel-Brüder wollen Bewährung statt Knast

Hans-Jürgen Gerlach (59), Chef der Agrozuchtfarm Breitenau, hatte Angst um die Zukunft seiner Mitarbeiter.
Hans-Jürgen Gerlach (59), Chef der Agrozuchtfarm Breitenau, hatte Angst um die Zukunft seiner Mitarbeiter.  © Doreen Grasselt

Oederan - Die mutmaßlichen Zündel-Brüder von Breitenau sind endlich vor Gericht erschienen: Drei Anläufe brauchten die Feuerwehrmänner, um sich der Richterin zu stellen. Jetzt drohen Roberto V. (28) und Raimondo V. (26) wegen Brandstiftung mehrere Jahre Knast.

In erster Instanz kassierte Roberto zwei Jahre, Raimondo ein Jahr und neun Monate Haft.

Die Brüder wollen Bewährung, die Staatsanwaltschaft längere Haftstrafen.

Am Donnerstag war Berufung. Die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr sollen im Dezember 2014 eine mehr als 500 Quadratmeter große Lagerhalle mit 1.000 Stroh-Bunden abgefackelt haben.

Laut Anklage waren die Brüder die Ersten am Gerätehaus und haben sich beim Löschen "besonders engagiert".

Die mutmaßlichen Brandstifter Roberto V. (28) und Raimondo V. (26) waren bei der freiwilligen Feuerwehr.
Die mutmaßlichen Brandstifter Roberto V. (28) und Raimondo V. (26) waren bei der freiwilligen Feuerwehr.

"Wir waren besoffen und hatten lange keinen großen Einsatz mehr", soll Roberto V. damals der Polizei erzählt haben.

Doch am Donnerstag wollten beide von alldem nichts mehr wissen. "Wir waren mit dem Auto unterwegs, haben den Feuerschein gesehen und sind zum Gerätehaus gefahren", waren sich die Brüder einig.

Die Agrozuchtfarm Breitenau kämpft heute noch mit dem Schaden - 414.000 Euro.

"Ich würde das alles am liebsten vergessen", sagt der Vorsitzende Hans-Jürgen Gerlach (59). "Es ging um eine Jahresernte und die Arbeitsplätze meiner 33 Mitarbeiter."

Der Prozess wird fortgesetzt.


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