Öffentlich! Til Schweiger stellt sich!

Viel Raum nahmen zu Beginn der Sendung all seine "Marken" ein: "Barefood", sein neues Hotel, das TilBier...  Hier mit seinem Bruder Florian Schweiger (55, Mi.).
Viel Raum nahmen zu Beginn der Sendung all seine "Marken" ein: "Barefood", sein neues Hotel, das TilBier... Hier mit seinem Bruder Florian Schweiger (55, Mi.).  © WDR/Melanie Grande

Köln - Til Schweiger (53) hat es Sonntagnacht getan: "Er stellte sich" - und zwar den Fragen bei Sandra Maischberger im WDR-Fernsehen. In 60 Minuten öffnete sich der Neu-Hotelier, Wirt, Schauspieler, Regisseur und Produzent.

Vornweg: Es war eine unterhaltsame Stunde. Denn natürlich polarisiert der Allrounder bei Themen wie Putin und Russland, Trump, Merkel, Schulz oder Hass- und Facebook-Posts. Polarisieren sells... Und wie sagt man? "Ist der Ruf erst ruiniert..."

Der Zuschauer erfährt viel Intimes (--> hier könnt Ihr es in der Mediathek sehen). Zum Beispiel, dass Schweiger keine ernsthaften Ambitionen hat, dem Filmgeschäft den Rücken zu kehren und selbst Politiker zu werden. "Natürlich würde mich das reizen, aber mein Verstand sagt mir: Lass es sein! Die Partei, die ich vorbehaltlos wählen würde, die gibt es nicht."

Und dennoch, Schweiger zeigt sich auch als politisch interessierter Mensch. In der Schnellfragerunde soll er zwischen Putin und Trump wählen. Seine Wahl fällt ohne zu zögern auf Putin, was er auch in der Lage ist zu begründen.

Bei der "Wahl zwischen Alice Schwarzer und Heidi Klum" dauert es länger... bis er zögerlich auf die Feministin Schwarzer zeigt. Hierbei erfahren wir, dass er eine "große Weiblichkeit in sich trägt", den Tränen oft nah ist. Aha.

Maischbergers Sendung "Ich stelle mich" ist ein Porträt - auch mit Tiefgang ab und an.
Maischbergers Sendung "Ich stelle mich" ist ein Porträt - auch mit Tiefgang ab und an.  © WDR/Melanie Grande

Zwischen Merkel und Schulz wählt der Regisseur Merkel als seine Favoritin. Warum? "Was sie gemacht hat, ist so schlecht nicht." Und dass, obwohl er eher SPD-geprägt zu sein scheint, wie wir auch erfuhren.

In der Sendung hatte Schweiger nichts Gefährliches zu befürchten. Es herrschte eine wohlige Atmosphäre zwischen beiden. Die Themen schienen abgesteckt. Klar, Journalistin Maischberger hakt immer mal kritisch nach. "Bist Du nüchtern, wenn Du Deine Meinungsäußerungen in den Sozialen Medien formulierst?" "Meistens ja". Prost!

Leidenschaft im Rede-Duell lieferte sich Schweiger mit der Filmkritikerin der "Süddeutschen Zeitung" Susan Vahabzadeh. Er könne Kritik nicht vertragen, aber gleichzeitig kräftig austeilen...

Die Flüchtlingskrise war Schweigers Anliegen. Oft hatte sich der Schauspieler zu den Herausforderungen der Gesellschaft geäußert. 2015 legte er sich deshalb mit CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer an ("Sie gehen mir auf den Sack")... Natürlich, diese Szene wurde gezeigt. Ob er da nüchtern war?

Der Großteil des Gesprächs fand unter Freunden statt. So kamen neben Schweigers Bruder Florian auch seine ältesten Gießener Freunde Horst Hack und Martin Simon ins Studio.

Unterhaltsam am Ende: Es gab einen Schwenk zum Beginn seiner Laufbahn. Am Originaldrehort der "Lindenstraße" improvisierte Schweiger mit Andrea Spatzek (58).

Schweiger (53) spielte von 1990 bis 1992 in der seit 30 Jahren laufenden Serie die Rolle des Jo Zenker, Spatzek seine Stiefmutter Gabi.
Schweiger (53) spielte von 1990 bis 1992 in der seit 30 Jahren laufenden Serie die Rolle des Jo Zenker, Spatzek seine Stiefmutter Gabi.  © WDR/Melanie Grande

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