Schloss zeigt Kinderträume in alten Kaufmannsläden

Oelsnitz/V. - Jeder wollte ihn haben, sich in das Rollenspiel von Käufer und Verkäufer hineinversetzen: den Kaufmannsladen.

Auf Schloss Voigtsberg weckt die Sonderausstellung "Kaufrausch im Kinderzimmer" Erinnerungen.
Auf Schloss Voigtsberg weckt die Sonderausstellung "Kaufrausch im Kinderzimmer" Erinnerungen.  © Uwe Meinhold

Die Sonderausstellung "Kaufrausch im Kinderzimmer" auf Schloss Voigtsberg weckt Erinnerungen an Kindheitsträume unterm Weihnachtsbaum. Über 40 Modelle aus zwei Jahrhunderten werden präsentiert.

Der älteste Kaufmannsladen führt in das Jahr 1875 zurück: Ein Modell der Moritz Gottschalk Holzspielwarenfabrik aus Marienberg.

"Ein ganz klassischer Laden aus Holz", erzählt Museumsleiterin Tina Reitz (30). Anfang des 20. Jahrhunderts gab es häufiger Fleischereien im Kleinformat. Aus dieser Zeit stammt das größte Exponat, eine Leihgabe vom Spielzeugmuseum Nürnberg.

"Heute ist es nicht vorstellbar, Verkäufer mit Hackebeil oder Schweinehälften zu zeigen." Andere Leihgaben stammen vom Spielzeugmuseum Sonneberg und privaten Sammlern.

Anfang des 20. Jahrhunderts lagen Fleischereien im Kleinformat voll im Trend.
Anfang des 20. Jahrhunderts lagen Fleischereien im Kleinformat voll im Trend.  © Uwe Meinhold

In der DDR waren Kaufmannsläden Kult. "Den bunten Gemischtwarenladen aus Kunststoff mit den typischen Pappschachteln kannte jeder", so Reitz. Vero aus Olbernhau (Modell "Naschkatze") und Seiffener Spielwaren machten sich einen Namen.

Auf der anderen Seite der Mauer hielt die Euphorie im Kinderzimmer nicht so lange an. Dennoch zeigt die Schau auch West-Modelle.

Von den klassischen Kaufmannsläden von damals ist heute nicht mehr viel übrig. Tina Reitz: "Einige spielen noch immer damit. Ansonsten sieht man das Spielzeug eher in Kitas."

Bis 23. Februar 2020 läuft die Sonderschau "Kaufrausch im Kinderzimmer" in Oelsnitz/V. Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr. Eintritt: 3 Euro, 1,50 Euro (ermäßigt).

Heute undenkbar, früher schick: Hackebeil und Schweinehälften im Kaufmannsladen für Kinder.
Heute undenkbar, früher schick: Hackebeil und Schweinehälften im Kaufmannsladen für Kinder.  © Uwe Meinhold
Der älteste Kaufmannsladen aus dem Jahr 1875 kommt aus Marienberg.
Der älteste Kaufmannsladen aus dem Jahr 1875 kommt aus Marienberg.  © Uwe Meinhold
Museumsleiterin Tina Reitz (30) zeigt eine im Original erhaltene Ladeneinrichtung eines Kaufmannes aus der Stadt von 1900.
Museumsleiterin Tina Reitz (30) zeigt eine im Original erhaltene Ladeneinrichtung eines Kaufmannes aus der Stadt von 1900.  © Uwe Meinhold

Titelfoto: Uwe Meinhold

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