Bundeskanzler fordert: EU-Länder sollen Flüchtlingsschiffe nicht mehr anlegen lassen

Wien - Seit mehreren Tagen liegt im Mittelmeer ein Schiff mit fast 200 geretteten Bootsflüchtlingen. Weder die maltesischen noch die italienischen Verantwortlichen fühlen sich so recht für die Geretteten zuständig. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (31) bezieht jetzt klar Stellung.

Als Flüchtlingsschiff ist die Diciotti oft auch im Mittelmeer unterwegs.
Als Flüchtlingsschiff ist die Diciotti oft auch im Mittelmeer unterwegs.  © DPA

Hintergrund ist der Folgende. Die Italiener weigern sich bislang, die Passagiere der Diciotti" aufzunehmen und das Schiff im eigenen Land anlegen zu lassen, da die Migranten in Gewässern gerettet wurden, für die eigentlich Malta zuständig ist.

Wegen der ungelösten Flüchtlings-Problematik hatte der österreichische Staatschef Kurz mit dem maltesischen Regierungschef Joseph Muscat telefoniert. Seine Position in der Frage lässt keine Zweifel offen.

"Wir vertreten hier die gleiche Meinung, dass nicht jedes Schiff in der EU anlegen kann", bezog der umstrittene Politiker klar Stellung. Laut einem Bericht von Krone soll er sich ebenfalls dafür ausgesprochen haben, dass andere europäische Staaten diesem Beispiel folgen.

Derweil schwelt der Streit zwischen Italien und Malta weiter.

So sollen mehrere Migranten aus Malta nach Italien abgeschoben werden, weil sie nicht über die notwendige Arbeitserlaubnis verfügen. Die Flüchtlinge werden bislang unter menschenunwürdigen Bedingungen in Viehställen gehalten (TAG24 berichtete).

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz bezieht klare Position zur Migranten.
Österreichs Kanzler Sebastian Kurz bezieht klare Position zur Migranten.  © DPA

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