Bundeskanzler Werner Faymann tritt zurück

Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann ist von seinen Ämtern zurückgetreten.
Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann ist von seinen Ämtern zurückgetreten.

Wien - Als Reaktion auf das jüngste SPÖ-Wahldebakel und wegen mangelnden Rückhalts in der Partei ist der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann von allen Ämtern zurückgetreten.

Der Vorsitzende der sozialdemokratischen SPÖ zog damit die Konsequenzen unter anderem aus dem schlechten Abschneiden der SPÖ in der ersten Runde der Bundespräsidentenwahl vor zwei Wochen.

"Dieses Land braucht einen Bundeskanzler, wo die Partei voll hinter ihm steht. Die Regierung braucht einen Neustart mit Kraft. Wer diesen Rückhalt nicht hat, kann diese Aufgabe nicht leisten", sagte Faymann am Montag zur Begründung.

Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) sollte die Regierungsgeschäfte interimistisch leiten. Als mögliche Kandidaten an der Spitze der Regierung werden in der SPÖ der Bahn-Manager Christian Kern (50) und der Medien-Manager Gerhard Zeiler (60) genannt.

Ob der Kanzler-Rücktritt auch vorzeitige Neuwahlen bedeutet, blieb zunächst unklar. Einen neuen Kurs in der restriktiven Flüchtlingspolitik schloss Mitterlehner aus.

Die rot-schwarze Koalition, die seit 2013 regiert, steht seit langem massiv unter Druck. Die Umfragewerte für die SPÖ und die mitregierende konservative Volkspartei ÖVP sind seit Monaten im Sinkflug.

Zuletzt wiesen Umfragen die rechtspopulistische FPÖ deutlich als stärkste Partei aus.

Reinhold Mitterlehner soll die Regierungsgeschäfte interimistisch leiten.
Reinhold Mitterlehner soll die Regierungsgeschäfte interimistisch leiten.

Foto: imago, dpa/Herbert Neubauer


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