Grausamer Verdacht: Geistig behinderte Stieftochter zur Prostitution gezwungen?

Offenbach am Main - Er soll seine 20-jährige geistig behinderte Stieftochter zur Prostitution gezwungen haben: Ein 38-jähriger Mann steht deshalb seit Montag vor dem Amtsgericht.

Die junge Frau musste zudem ihren kompletten Verdienst an ihren Stiefvater abtreten (Symbolfoto).
Die junge Frau musste zudem ihren kompletten Verdienst an ihren Stiefvater abtreten (Symbolfoto).  © DPA

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, die Tochter seiner Frau unter falschem Vorwand im Januar 2017 aus Bulgarien nach Deutschland geholt zu haben. In der Anklage heißt es, der 38-Jährige gab vor, seiner Stieftochter Arbeit als Putzfrau verschafft zu haben, berichtet "op-online".

Doch anstatt dem versprochenen Job als Reinigungskraft, soll auf die junge Frau in Offenbach nur der Straßenstrich gewartet haben.

Das durch die Sexarbeit verdiente Geld, sackte dabei offenbar komplett der Stiefvater ein – bei Tageseinnahmen zwischen 200 und 400 Euro! Dazu habe er seine Stieftochter geschlagen, wenn diese mal nicht auf den Strich gehen wollte.

Schließlich soll er sogar die 20-Jährige für 1000 Euro an einen Bekannten verkauft haben, der sie ebenfalls zum Anschaffen geschickt habe. Diesmal in Frankreich.

Sex mit fremden Männern anstatt Putz-Job

"Er hat ihr Vertrauen und ihre kindliche Naivität ausgenutzt, sie durch Prostitution ausgebeutet, seines eigenen Vermögensvorteils wegen", heißt es in der Anklageschrift gegen den 38-Jährigen. Dabei sah er in seiner Stieftochter offenbar ein leichtes Opfer. Zusätzlich zu ihrer geistigen Behinderung, sei die 20-Jährige Analphabetin und könne sich zeitlich und räumlich nicht orientieren.

Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe gegen ihn. Erschwert wird der Prozess zudem durch die mentale Verfassung des Opfers. Die Bulgarin tritt als Nebenklägerin auf.

Am Freitag wird der Prozess fortgesetzt. Einige Zeugen konnten aufgrund des Bahnstreiks am Montag (TAG24 berichtete) nicht vor Gericht erscheinen.

In Frankreich soll das Opfer ebenfalls auf den Strich gegangen sein (Symbolfoto).
In Frankreich soll das Opfer ebenfalls auf den Strich gegangen sein (Symbolfoto).  © DPA

Titelfoto: DPA

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