Unzertrennlich nach dem Tod: Gemeinsame Gräber für Mensch und Tier

Hamburg - Auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg können sich Menschen und Haustiere jetzt gemeinsam beisetzen lassen.

Hund und Herrchen können nun gemeinsam ihre letzte Ruhe auf dem Ohlsdorfer Friedhof finden. (Symbolbild)
Hund und Herrchen können nun gemeinsam ihre letzte Ruhe auf dem Ohlsdorfer Friedhof finden. (Symbolbild)  © Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa

Seit Montag könnten Grabstätten im Gemeinschaftsgarten erworben werden, teilte der Sprecher der Friedhofsverwaltung, Lutz Rehkopf, mit.

Die gesetzliche Grundlage dafür hatte die Bürgerschaft bereits im vergangenen Oktober beschlossen. Menschen können zwischen Sarg- und Urnenbestattung wählen, Tiere gälten als "Grabbeigabe" und müssten vor der Beisetzung in einem Tierkrematorium eingeäschert werden, hieß es.

Die Grabgebühren entsprächen der üblichen Höhe und seien für 25 Jahre im Voraus zu entrichten.

Bei einem Beteiligungsverfahren zum Entwicklungsprogramm Ohlsdorf 2050 hätten viele Bürger den Wunsch nach einer gemeinsamen Bestattung geäußert.

"Haustiere werden vielfach als Familienmitglied empfunden und bedeuten, besonders nach dem Verlust eines Lebenspartners oder einer -partnerin, eine wichtige seelische Stütze", erklärte der Geschäftsführer der Hamburger Friedhöfe, Carsten Helberg.

Theoretisch könnten dort auch Pferde bestattet werden

Hier ruhen Mensch und Tier gemeinsam in einem Grab. (Symbolbild)
Hier ruhen Mensch und Tier gemeinsam in einem Grab. (Symbolbild)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Es hätten sich gleich nach Bekanntwerden des Projekts zwölf Interessierte gemeldet, sagte Rehkopf. Menschen und Tiere müssten nicht gleichzeitig beigesetzt werden.

Die Friedhofsverwaltung habe zunächst die gemeinsame Bestattung mit Hunden, Katzen, Kanarienvögeln oder auch Fischen erlaubt. Der Sprecher schloss aber die Beisetzung von größeren Haustieren wie Pferden nicht aus.

Auf den Grabsteinen könne das Tier mit Namen und einem Symbol verewigt werden. Rehkopf fügte jedoch hinzu: "Wir habe die Regel, dass der Mensch Vorrang vor dem Tier hat."

Grabsteine und Bepflanzung für Tiere dürften darum nicht größer als die für Menschen sein.

Der Ohlsdorfer Friedhof ist nach eigenen Angaben mit knapp 390 Hektar der größte Parkfriedhof der Welt.

Titelfoto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa

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