Ausnahmezustand in München: Die Wiesn beginnt!

München - Die Wetterprognosen sind gut, die Stimmung ist entspannt und für die Sicherheit ist alles getan: Es sieht ganz nach einem Bilderbuchstart für das Oktoberfest aus.

Über sechs Millionen Besucher werden dieses Jahr bei der Wiesn erwartet. (Symbolbild)
Über sechs Millionen Besucher werden dieses Jahr bei der Wiesn erwartet. (Symbolbild)  © DPA

Am Samstag heißt es in München wieder "O'zapft is". Um Punkt 12 Uhr wird Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) das erste Fass Bier anzapfen und damit das größte Volksfest der Welt eröffnen. Die erste frisch gezapfte Maß bekommt Ministerpräsident Markus Söder (CSU), sie gebührt traditionell dem bayerischen Regierungschef.

Neu in der Anzapfboxe: Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU), der im Mai sein Amt angetreten hat, leitet erstmals das größte Volksfest der Welt.

Gut sechs Millionen Gäste aus aller Welt werden bis zum 6. Oktober auf der Theresienwiese erwartet. Nach einige schwächeren Jahren waren im Vorjahr 6,3 Millionen Gästen gekommen.

Die Zelte seien für dieses Jahr ausreserviert, heißt es bei den Wirten. Dennoch streben weder sie noch die Festleitung neue Rekorde an. "Das muss keine Rekordwiesn werden", sagte der neue Wiesnchef Clemens Baumgärtner (CSU). Es gehe vielmehr um eine "Qualitätswiesn".

Das Wichtigste ist für Baumgärtner wie auch für Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), dass das Fest friedlich verläuft. "Ich habe ein gutes Gefühl", sagte Reiter kurz vor dem Start.

Besucht Barack Obama die Wiesn?

Bill Clinton bei seinem Oktoberfest-Besuch im vergangenen Jahr.
Bill Clinton bei seinem Oktoberfest-Besuch im vergangenen Jahr.  © DPA

Mit Spannung wird erwartet, ob Reiter es dieses Jahr schafft, das erste Fass mit zwei Schlägen anzuzapfen. Reiter ist in dieser Disziplin unter den Münchner Oberbürgermeistern Rekordhalter: Er schaffte das schon vier Mal, erstmals bei seiner zweiten Wiesn 2015. Sein Vorgänger Christian Ude (SPD) brauchte dafür etliche Jahre.

Zahlreiche Prominente aus Sport und Showbusiness werden sich an den 16 Festtagen in Tracht oder trachtenähnlichen Outfits den Fotografen präsentieren.

Spekuliert wird in diesem Jahr auch über einen besonderen Besuch: Barack Obama spricht am 29. September beim Start-up-Festival "Bits & Pretzels" in München - da wäre es nur ein Katzensprung zur Theresienwiese. 2016 hatte er angekündigt, das Oktoberfest nach Ende seiner Amtszeit besuchen zu wollen.

Im vergangenen Jahr waren überraschend schon die Clintons auf der Wiesn aufgetaucht.

Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister von München, beim traditionellen Fassanstich beim Oktoberfest 2018.
Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister von München, beim traditionellen Fassanstich beim Oktoberfest 2018.  © DPA

Mit oder ohne Promis - die Stadt wird voll. Hotels sind ausgebucht, U-Bahnen zum Festgelände fahren im Sondertakt. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) schaltet teils sogar die Rolltreppen am U-Bahnhof Theresienwiese schneller - sonst gäbe es unten Staus. Wenn der Bahnsteig trotzdem voll ist, fährt auch mal eine U-Bahn ohne Halt bis zur nächsten Station durch.

Wer glaubt, mit dem E-Tretroller besser voranzukommen, irrt. Für die Elektro-Scooter gelten dieselben weiträumigen Straßensperrungen rund ums Festgelände wie für Autos - und in den Abendstunden können sie in einem noch weiteren Umfeld nicht ausgeliehen und teils auch nicht abgestellt werden.

"Leider wird viel zu oft betrunken gefahren", warnte Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle (SPD). Schnell ist dann der Führerschein weg - denn es gelten dieselben Promillegrenzen wie fürs Auto. Die Polizei ist während der Wiesn besonders engmaschig zu Alkoholkontrollen unterwegs.

Rund ums Festgelände werden 600 Polizisten im Einsatz sein. Hinzu kommen Hunderte Ordner privater Dienste. Erneut gelte ein Verbot für größere Taschen und Rucksäcke. Über dem Festgelände herrscht ein Überflugverbot. Die Polizei betont: Es gilt auch für Drohnen.

Titelfoto: DPA

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