Schwindelfrei muss man sein: Achterbahnprüfer auf der Wiesn

München - Schnelle Fahrgeschäfte wirbeln Menschen kopfüber durch die Luft, in Freifalltürmen geht es aus fast hundert Meter Höhe rasant abwärts - ist das sicher? Bevor die Wiesn am Samstag startet, kommen die Prüfer.

Christian Falk prüft den Abstand der Antriebsräder auf der Alpina-Bahn.
Christian Falk prüft den Abstand der Antriebsräder auf der Alpina-Bahn.  © DPA

Den Wellenflieger verträgt Christian Falk am schlechtesten.

Bei der Auf- und Abbewegung könne ihm schon mal mulmig werden, gesteht der 46-Jährige. Karussells sind sein tägliches Brot. Der Ingenieur von der Abteilung Fliegende Bauten des TÜV SÜD prüft Fahrgeschäfte auf dem Oktoberfest.

Mit dem Hammer in der Hand turnt der Ingenieur in schwindelnder Höhe über die Schienen einer Achterbahn und klopft die Verschraubungen ab.

Bei einem hellen Ton ist Falk zufrieden, ein dumpfer hingegen verheißt: Schraube locker. Ein Spiegel ermöglicht ihm einen Blick unter die Schienen. Dort könnten Haarrisse sein. "Es braucht viel Erfahrung, dass man das sieht."

Über sein Hobby Klettern kam Falk zum TÜV SÜD. Nun ist er seit 15 Jahren dabei - und weltweit unterwegs: Der TÜV SÜD betreut an die 40 Freizeit- und Wasserparks, unter anderem in Dubai und Abu Dhabi, Spanien und Italien. "Wir sind das ganze Jahr gut ausgelastet."

Falks neun und zehn Jahre alten Söhne sind von Papas Job begeistert. "Die finden das toll." Obwohl Testfahrten in Karussells, Autoscootern und Achterbahnen nur einen "verschwindend geringeren Anteil" seiner Arbeit ausmachen.

Bisher hatten die Prüfer auf der Wiesn keine größeren Beanstandungen: "Es waren Kleinigkeiten, Verbindungsteile, Bolzen", sagt Falk. Teile, die der Betreiber meist gleich auswechseln könne. Die meisten sind gut vorbereitet, nicht zuletzt ist die Wiesn für manchen das Geschäft des Jahres.

Titelfoto: DPA


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