Aldi sei Dank: Baggerspinne frisst verhassten Schlot nieder

Olbernhau - Immer im Kreis: Ein Bagger frisst Stück für Stück des höchsten Wahrzeichens von Olbernhau. Der 106 Meter lange Lulatsch des Heizhauses kommt weg.

Der Mitte der 1980er Jahre errichtete Schornstein des ehemaligen Heizkraftwerkes in Olbernhau wird derzeit abgerissen. Eine Baggerspinne knabbert sich von oben nach unten.
Der Mitte der 1980er Jahre errichtete Schornstein des ehemaligen Heizkraftwerkes in Olbernhau wird derzeit abgerissen. Eine Baggerspinne knabbert sich von oben nach unten.  © Kristian Hahn

Geraucht hat der 1985 fertiggestellte Schornstein nie so richtig. Er lieferte Wärme für eine Holzfirma und ein Lehrschwimmbecken. Fernwärme für ein damals geplantes Neubaugebiet blieb ein Wunsch der Planer.

In den 1980er-Jahren regte sich in der Bevölkerung sogar Widerstand gegen den Schlot. Ohne Erfolg.

Geraucht haben dafür Jahrzehnte lang die Köpfe der Stadtoberen. Sie wollten den nutzlosen Schlot loswerden. Aber sprengen ging nicht, weil kein Platz vorhanden war. Also blieb das Abbaggern. Rund 800.000 Euro hätte das gekostet - Geld, das die Stadt nicht hatte.

Nun die Wende: Weil Aldi einen Supermarkt baut, verschwindet die Ruine auf Kosten des Bauherren. Eine Roboterspinne baggert die Esse ab. "Die Betonstücke fallen ins Innere, was weniger Staub aufwirbelt", so Georg Mende, Mitarbeiter des Abrissunternehmens.

Der Schornstein besteht aus rund 2.000 Tonnen Stahl und Beton. Die sollen zum Ende des Sommers Geschichte sein.

1985 ging das Heizkraftwerk in Olbernhau in Betrieb. Nach vier Jahren war der Ofen aus. Jetzt kommt auch der 106 Meter hohe Schornstein weg.
1985 ging das Heizkraftwerk in Olbernhau in Betrieb. Nach vier Jahren war der Ofen aus. Jetzt kommt auch der 106 Meter hohe Schornstein weg.  © Kristian Hahn

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