Zwei Bundesligisten wollen ihn als Coach: Wer ist eigentlich Oliver Glasner?

Linz (Österreich) - Mit dem VfB Stuttgart und dem VfL Wolfsburg jagen gleich zwei deutsche Bundesligisten den österreichischen Trainer Oliver Glasner (44) vom Linzer Athletik-Sport-Klub (LASK). Wer ist dieser hierzulande unbekannte Coach und was macht ihn für die deutschen Vereine so attraktiv?

Trainer Oliver Glasner geht an der Seitenlinie emotional mit.
Trainer Oliver Glasner geht an der Seitenlinie emotional mit.  © DPA

Vor allem seine Bilanz beim österreichischen LASK weckt das Interesse der deutschen Clubs: Seit Sommer 2015 ist Glasner in Linz als Sportlicher Leiter und Trainer tätig.

Was er seitdem aus diesem vergleichsweise kleinen Verein machte, spricht für seine herausragende Arbeit.

Während der LASK und Glasner in der ersten Saison in der zweiten österreichischen Liga noch knapp am Aufstieg vorbeischrammten und Zweiter wurden, gelang in der folgenden Spielzeit 2016/17 die Meisterschaft - und wie!

Mit 17 Punkten Vorsprung (!) sicherte sich der LASK den Titel und hatte in der anschließenden Saison überhaupt keine Anpassungsschwierigkeiten in der österreichischen Bundesliga.

Dort wurde der Aufsteiger direkt Tabellenvierter und landete somit vor etablierten Traditionsclubs wie Austria Wien und durfte zu Beginn dieser Saison in der Europa-League-Qualifikation antreten.

Dort wurde der norwegische Verein Lilleström SK klar bezwungen (6:1 in der Addition), sodass man anschließend gegen den türkischen Spitzenclub Besiktas Istanbul spielen durfte und überraschend nur aufgrund der Auswärtstorregel ausschied: In Istanbul verlor Linz knapp mit 0:1, weshalb ein 2:1-Sieg im Rückspiel nicht ganz fürs Weiterkommen reichte.

Doch spätestens in diesen Begegnungen wurde offenkundig, wie gut Glasner als Trainer ist und wie sehr seine Mannschaft ihm folgt. So kann er Spieler entwickeln, ein schlagkräftiges Team zusammenstellen, das seiner auf Konter ausgelegten Taktik folgt, ist ein Taktikfuchs und weiß sich auch medial zu behaupten.

Bundesligisten beobachten Glasner und seine Arbeit mit Argusaugen

Der VfB Stuttgart und der VfL Wolfsburg sollen Interesse an Oliver Glasner haben.
Der VfB Stuttgart und der VfL Wolfsburg sollen Interesse an Oliver Glasner haben.  © Imago

In der aktuellen Saison ist der LASK übrigens Zweiter und damit die einzige Mannschaft, die RB Salzburg die Meisterschaft noch aus den Händen reißen kann. Lediglich vier Punkte trennen die beiden Teams aus verschiedenen Fußballwelten.

Einen Rückschlag für LASK gab es unter den Augen von Wolfsburgs Geschäftsführer Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer allerdings am Mittwochabend: Obwohl LASK die klar überlegene Mannschaft war, verlor man gegen SK Rapid Wien im Pokal-Halbfinale nach Elfmeterschießen. Das dürfte jedoch weder Glasner, noch den LASK umwerfen.

Wer ihn als neuen Trainer holen will, wird jedoch eine Ablösesumme zahlen müssen, da Glasner noch bis Sommer 2022 in Linz unter Vertrag steht. Die Rede ist von 1,5 Millionen Euro.

Das könnte der gebürtige Salzburger Wolfsburg oder Stuttgart durchaus wert sein. Glasner, der bereits als Spieler eine feste Größe im österreichischen Fußball war, hat über die Jahrzehnte großes fußballerisches Fachwissen angesammelt.

Das liegt nicht nur daran, dass der Innenverteidiger stolze 410 Bundesliga-Partien für den LASK und den SV Ried absolvierte, dazu auch 101 Mal in der zweiten österreichischen Liga auf dem Platz stand und neun Mal für die österreichische U21-Nationalmannschaft aktiv war.

Denn nachdem er im Sommer 2011 seine 19-jährige Karriere beendete und bereits ein halbes Jahr später Sportkoordinator bei RB Salzburg war, absolvierte er nach und nach die verschiedenen Trainer-Lehrgänge und ist seit 2017 auch noch Inhaber des höchstmöglichen Trainer-Abschlusses überhaupt: Der UEFA-Pro-Lizenz.

Und bereits zuvor sammelte er weitere wertvolle Erfahrungen: Sechs Monate nach seinem Einstieg bei Salzburg wurde er Co-Trainer unter dem damaligem RB-Coach Roger Schmidt. Bis zum 31. Mai 2014 blieb er in seiner Heimatstadt, ehe er dem Lockruf seines Ex-Clubs Ried erlag und dort ab dem 1. Juni als hauptamtlicher Trainer erste Erfahrungen sammelte. Dann begann seine Erfolgsgeschichte in Linz. Wie lange die wohl noch andauert?...

Titelfoto: Imago

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