Er besaß 280.000 Kinderporno-Dateien: Ekel-Priester wieder festgenommen

Faro (Portugal) - Der ehemalige katholische Priester Oliver O'Grady (74) soll an der portugiesischen Algarve festgenommen worden sein. Der vorbestrafte Pädophile hatte bereits eine mehrjährige Haftstrafe wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern und dem Besitz kinderpornographischer Dateien abgesessen. Nun lag offenbar ein weitere Haftbefehl gegen den 74-Jährigen vor.

Der katholische Priester soll von den späten 1970er bis in die frühen 1990er Jahre Dutzende Kinder sexuell missbraucht. Teilweise wurde er von der Kirche geschützt. (Symbolbild)
Der katholische Priester soll von den späten 1970er bis in die frühen 1990er Jahre Dutzende Kinder sexuell missbraucht. Teilweise wurde er von der Kirche geschützt. (Symbolbild)  © 123RF/tonobalaguer

Portugiesische Polizeiquellen haben jetzt bestätigt, dass der irische Ex-Priester an der Südküste des Landes festgenommen und inhaftiert wurde. Der genaue Grund ist nicht klar, allerdings lag ein europäischer Haftbefehl gegen ihn vor. Das berichtet die "Daily Mail".

Möglicherweise soll eine Beschwerde einer Kindesmissbrauchs-Organisation bei den Ermittlern eingegangen sein. Es könnte sich demnach um eine neue Straftat handeln. Die Organisation fand in eigenen Recherchen heraus, dass sich O'Grady an der Algarve versteckt hatte und gab den Behörden offenbar den entscheidenden Hinweis.

Diese teilte mit: "Die Policia Judiciaria hat am 21. Oktober über ihre Kriminalpolizei eine Operation in der Region Algarve durchgeführt. Es gab eine Vollstreckung eines europäischen Haftbefehls gegen zwei Personen, einen irischen und einen französisch-portugiesischen Staatsangehörigen im Alter zwischen 46 und 74 Jahren."

Der Ire wurde demnach von den irischen Behörden wegen des Verdachts eines kinderpornographischen Verbrechens in seinem Heimatland gesucht - und in Portugal gefunden.

280.000 kinderpornographische Bilder und weitere 1000 derartige Videos auf O'Gradys Laptops

Oliver O'Grady im Dokumentarfilm "Deliver Us From Evil", indem er selbst zu Wort kam.
Oliver O'Grady im Dokumentarfilm "Deliver Us From Evil", indem er selbst zu Wort kam.  © Screenshot/YouTube Deliver Us from Evil

Oliver O'Grady wurde bereits 1993 in vier Fällen wegen des Missbrauchs der Brüder John und James Howard im Zeitraum zwischen 1976 und 1984 in Kalifornien zu 14 Jahren Haft verurteilt. Die Opfer waren damals zwischen drei und 13 Jahre alt.

Die Kirche hatte laut dem Anwalt Jeff Anderson von den Missbrauchsfällen gewusst, aber nichts unternommen. Im Gegenteil: Durch Versetzungen in andere Pfarreien wurde der heute 74-Jährige sogar geschützt.

1998 wurde die Diözese (Amtsgebiet eines katholischen Bischofs) Stockton zu 30 Millionen US-Dollar Schadensersatz verurteilt. Im Nachgang wurde die Summe auf 7 Millionen reduziert.

Nach sieben Jahren Haft wurde O'Grady 2000 auf Bewährung entlassen und nach Irland abgeschoben. Zwei Jahre später folgte eine weitere dreijährige Haftstrafe wegen des Besitzes einer enormen Menge kinderpornographischer Dateien. Ein Staatsanwalt hatte fast 280.000 Bilder und mehr als 1000 Videos auf O'Gradys Laptops und Festplatten gefunden. Der Besitz flog auf, nachdem der Priester seinen PC auf einem Flug verloren hatte.

In einem aufgezeichneten Geständnis gab der Pädophile zu, mindestens 25 Kinder während seines USA-Aufenthalts in und im Nordkalifornien mussbraucht zu haben.

Oliver O'Gradys schaurige Taten wurden im Film "Deliver Us From Evil" (Erlöse uns von dem Bösen) nacherzählt. 2006 erhielt er beim Filmfestival in Los Angeles den Preis als bester Dokumentarfilm und wurde für den Oscar in der selben Kategorie nominiert.


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