Max war beim Dresdner Olympiasieg ganz nah dran

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bereitet Max Sprößig  den Start der deutschen Athleten Marcel Hacker (39, l.) und Stephan 
Krüger (27) vor. 
Hier bereitet Max Sprößig  den Start der deutschen Athleten Marcel Hacker (39, l.) und Stephan Krüger (27) vor. 

Dresden/Rio de Janeiro - Ohne Menschen wie Maximilian Sprößig (23) liefe nix bei Olympia in Rio. Der Dresdner gehört mit weiteren 50.000 zum Heer der freiwilligen Helfer. Trotz seiner Mühen muss er Anreise und Unterkunft selbst bezahlen. Sein Motto: Dabei sein ist alles!

Max ist selbst Ruderer, wurde mit 13 Jahren Deutscher Vize-Meister. „Eines Tages will ich zu Olympia“, träumte er damals. 

Jetzt ist er da! Nicht als Leistungssportler - damit hat er vor Jahren aufgehört, studiert jetzt Wirtschaftsingenieurwesen an der TU, arbeitet als Promotor bei der Sporthilfe. 

Aber er ist als Helfer nach Rio gereist: „Für mich gibt es nichts Schöneres, als hier mit dabei zu sein“, sagt er stolz.

Max und der sächsische Olympionike Tim Grohmann (holte 2012 Gold), mit dem 
der frühere Leistungssportler 2011 sogar zusammen trainierte.
Max und der sächsische Olympionike Tim Grohmann (holte 2012 Gold), mit dem der frühere Leistungssportler 2011 sogar zusammen trainierte.

50.000 Helfer arbeiten wie Max freiwillig in Rio, fahren Sportler umher, teilen Essen aus, wischen Sitze trocken, dolmetschen, weisen ein, betreuen Wettkämpfe. 

Max bewarb sich 2014, wurde auch dank seiner Sportler-Vergangenheit genommen. Er buchte frühzeitig Flug (700 Euro) und Unterkunft auf eigene Kosten.

Jetzt wohnt Max für neun Tage mit sechs weiteren Helfern in einer häuslichen Wohngemeinschaft in einem Vorort.

Die Veranstalter zahlen nur Verpflegung und die einstündige Busfahrt vom Quartier zur Copacabana, wo Max bis acht Stunden täglich arbeitet. Doch ums Geld geht es ihm nicht.

So wie Max an der Copacabana sind 50.000 weitere freiwillige Helfer in Rio de Janeiro (Brasilien) im Einsatz.
So wie Max an der Copacabana sind 50.000 weitere freiwillige Helfer in Rio de Janeiro (Brasilien) im Einsatz.

Sein Lohn: „Ich bin nah dran an den Ruderern, trainiere mit den Deutschen.“ 

Max sorgt mit dafür, dass alle Boote von der gleichen Linie aus starten. „Im Wettkampf war ich bei den amtierenden Olympiasiegern eingeteilt“, freut sich Max. Sein Highlight: Er betreute den Finallauf, bei dem die Deutschen ihren Titel verteidigten und Gold gewannen!

Und seine Eindrücke von Rio? „Es gefällt mir, ein schönes Pflaster“, sagt Max. „Auch gefährlich und ein bisschen bedrückend aufgrund der Kriminalität. Aber ich renne auch nicht mit hochgehaltenem iPhone durch die Armenviertel.“ 

Nach den Olympischen Spielen hängt Max noch ein paar Wochen Urlaub dran, reist weiter durch Südamerika.


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