Olympia-Schwimmerin bricht Tabu und wird gefeiert

Olympia-Schwimmerin Fu Yuanhui (20) spricht offen über ihre Periode.
Olympia-Schwimmerin Fu Yuanhui (20) spricht offen über ihre Periode.

Rio - Chinas Olympia-Star Fu Yuanhui (20) hat gerade mit einer ziemlich pikanten Äußerung für großes Aufsehen gesorgt.

Erst zog die Schwimmerin glorreich ins Finale der Schwimm-Staffel ein, musste sich in diesem jedoch ihren Konkurrentinnen geschlagen geben.

Ihr Team schrammte mit einem vierten Platz leider knapp an der Medaille vorbei. "Ich glaube nicht, dass ich heute eine gute Leistung gezeigt habe. Ich habe das Gefühl, dass ich meine Kolleginnen im Stich gelassen habe", ärgert sich Yuanhui im Interview mit CCTV.

Doch es gibt auch einen guten Grund für ihre eher mittelmäßige Leistung: "Das kommt, weil ich gestern meine Periode bekommen habe. Deshalb habe ich mich besonders müde gefühlt - das ist aber keine Entschuldigung, ich bin einfach nicht gut genug geschwommen."

Für diese mutige Aussage bekam die Chinesin eine regelrechte Flut an Bewunderung und Zuspruch in den sozialen Netzwerken und das, obwohl das Thema in ihrem Heimatland bislang erfolgreich totgeschwiegen wird. 

"Sie fühlt sich schuldig, weil sie nur Vierte geworden sind. Aber Fu Yuanhui, wir sind sehr stolz auf dich", ermutigt eine Userin die Sportlerin bei Weibo, dem chinesischen  Twitter: "Ich bewundere Fu Yuanhui wirklich dafür, dass sie während ihrer Periode geschwommen ist."

Viele Nutzer wünschten sich einen offeneren Umgang mit der Thematik. Eine Nutzerin fragt sich: "Das ist ein normales physiologisches Phänomen, also warum können wir nicht darüber reden?"

Fu Yuanhui hat mit einer einfachen Aussage eine riesige Debatte in China ausgelöst. Ob das ihre Absicht war, ist allerdings fraglich.


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