Olympiastadion: Preetz präsentiert erste Umbau-Ideen und DLV-Präsident ist sauer

Der Deutsche Leichtathletikverband fühlt sich hintergangen. Präsident Prokop hätte gerne Mitsprache recht. (Bildmontage)
Der Deutsche Leichtathletikverband fühlt sich hintergangen. Präsident Prokop hätte gerne Mitsprache recht. (Bildmontage)  © DPA/Bildmontage

Berlin - Die neue Großstadtfrage nach dem BER: Wo spielen die Berliner in den nächsten Jahren? Olympiapark? In Ludwigsfelde? Oder bleibt alles beim Alten mit etwas Schrauben? Egal was und egal wie, Hertha BSC will und braucht ein neues Stadion.

Das Spielfeld muss runter, der Unterring näher ran: Dem rbb erzählte Hertha-Manager Preetz von den möglichen Umbauplänen des Olympiastadions in eine Fußballarena. Die Sache hat aber einen Haken: Was passiert mit der Leichtathletik.

Ein Stadionumbau galt bis vor Kurzem als ausgeschlossen, doch eine Studie hat nun diese Möglichkeit ins Spiel gebracht. Auch der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller (52, SPD) unterstütze den Plan eines Umbaus mit flexibel rückbaubaren Tartanbahnen. Ebenso zog er als mittelfristige Lösung einen Umzug der Leichtathletik-Veranstaltung in den Ludwig-Jahn-Sportpark vor, der aus diesem Zweck sogar von 2020 an saniert wird.

Wenig begeistert zeigt sich allerdings der Deutsche Leichtathletikverband von den Umbau-Plänen des Olympiastadions. Damit würde sich "Berlin und damit wohl auch Deutschland endgültig von Olympischen Spielen und Leichtathletik-Weltmeisterschaften verabschieden", sagte DLV-Präsident Clemens Prokop am Sonntag der Süddeutschen Zeitung.

Am Freitag teilten Hertha BSC und der Berliner Senat aber mit, dass eine Rekonstruktion des Stadions "tatsächlich möglich" sei, wie TAG24 berichtete.

"Dahinter müsste man schon ein Fragezeichen setzen", sagte Prokop. "Wir wurden in keiner Weise einbezogen, das hätte ich mir schon gewünscht, da es uns unmittelbar betrifft." Das Olympiastadion sei auch ein "internationales Symbol" für Sportevents. "Die Gefahr ist groß, dass Berlin sich von der internationalen Bühne verabschiedet", ergänzte er.

Das Berliner Olympiastadion ist derzeit die einzige Arena in Deutschland, die vom Weltverband eine sogenannte Class-1-Zertifizierung bekommen hat, die Voraussetzung für die Bewerbung um einen Leichtathletik-WM ist.

Die Hertha-Fans würden einen Verbleib in Berlin begrüßen. Ein Umzug ins Umland kommt gar nicht erst in Frage. (Symbolbild)
Die Hertha-Fans würden einen Verbleib in Berlin begrüßen. Ein Umzug ins Umland kommt gar nicht erst in Frage. (Symbolbild)  © dpa (Symbolbild)

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