Oma gibt Gas! Improvisierter Tatort mit Laien

Da erschreckt sich Lena Odenthal: Ulrike Folkerts (55) trifft heute auf Laien-Darsteller wie Malou Mott als Sophie Fetter.
Da erschreckt sich Lena Odenthal: Ulrike Folkerts (55) trifft heute auf Laien-Darsteller wie Malou Mott als Sophie Fetter.  © SWR/Martin Furch

Ludwigshafen - Das Mundart-Theater „Babbeldasch“ feiert 30-jähriges Jubiläum mit dem Schwank „Die Oma gibt Gas“.

Dummerweise stirbt Theaterleiterin und Hauptdarstellerin Sophie Fetter noch während der Premiere an einem allergischen Schock - jemand hatte Schokocroissants nachträglich mit Mohnmasse gefüllt, die sie nicht verträgt.

Lena Odenthal (Ulrike Folkerts, 55), zufällig unter den Theatergästen, wird Zeugin, wie unter den entsetzten Theaterleuten schnell alte Feindschaften wach werden...

Lohnt sich das Einschalten?

Diese Frage lässt sich nicht mit ja oder nein beantworten. Der „Tatort: Babbeldasch“ ist so gewöhnungsbedürftig, dass er das Publikum spalten wird - denn dieser Krimi ist komplett improvisiert und das auch noch fast ausschließlich mit den Amateuren eines Laientheaters. Das kann man reizvoll finden oder als völlig verkorksten Fehlschlag hassen.

Regisseur Axel Ranisch (33), hier als Spielleiter bezeichnet, gilt als Vertreter des „German Mumblecore“ genannten Low-Budget-Films und arbeitet stets ohne festes Drehbuch. So kennen die Schauspieler nur eine grobe Story-Idee, die sie gemeinsam beim Dreh weiterentwickeln. Sie wissen auch nicht, wer der Mörder ist. Für die Akteure mag es sicher charmant sein, so zu arbeiten.

Leider kommt das arg dilettantisch rüber: Die Laien sprechen teilweise schwer verständlichen Pfälzer Dialekt und besonders im Zusammenspiel mit den gelernten Schauspielern fällt unangenehm auf, wie hölzern sie sind. Aber auch wenn die Profis ihre Dialoge improvisieren, kommt mitunter nur gedehntes Einerlei heraus, inklusive Verhaspler. Das soll sicher authentisch sein, wirkt aber hochgradig unnatürlich.

Grundsätzlich ist der Versuch ja ganz nett, zeigt aber vor allem, dass die ewige Lena so auserzählt ist, dass man mit ihr längst alles Mögliche machen kann. Da belanglose Langeweile dabei herauskommt, sollte man es bei diesem einen Experiment belassen.


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