Fake-Autohäuser: Internet-Betrüger prellen Kunden um über eine Million Euro!

München - Falsche Identitäten, falsche Autohäuser - und ein Millionenbetrug: Am Landgericht München I beginnt am Mittwoch (9 Uhr) ein Prozess gegen fünf mutmaßliche Betrüger.

Mit 30 Scheinautohäusern im Internet lockten die Gauner ihre Opfer an. (Symbolbild)
Mit 30 Scheinautohäusern im Internet lockten die Gauner ihre Opfer an. (Symbolbild)  © Franziska Gabbert/dpa-tmn

Sie sollen die Autokäufer im Internet mit Fake-Autohäusern um insgesamt mehr als eine Million Euro gebracht haben sollen.

In Bayern, Hessen und Sachsen sollen sie ihr Unwesen getrieben und Menschen online dazu gebracht haben, viel Geld für Autos zu überweisen, die es nie gab.

Die beiden mutmaßlichen Haupttäter - ein Mann und eine Frau - sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft von Februar 2016 an mit mindestens 20 falschen oder gestohlenen Identitäten und 30 Scheinautohäusern im Internet aufgetreten sein.

200 Konten sollen sie unter Vorspiegelung falscher Tatsachen eröffnet, 80 Mobilfunkverträge abgeschlossen haben.

In Online-Verkaufportalen, so die Vorwürfe, boten sie dann teure Autos an - und zahlreiche Menschen fielen darauf herein.

Bei ihren Betrügereien soll das Paar Hilfe von einem befreundeten Post-Mitarbeiter gehabt haben und von einer Mediendesignerin, die Logos und Designs für die nicht-existenten Autohäuser entwickelt haben soll.

In seiner Dimension sei es ein ungewöhnlicher Fall, sagt die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Anne Leiding.

Update 12 Uhr: Hauptangeklagter legt Geständnis ab

Im Prozess um millionenschweren Betrug beim Online-Autohandel hat der Hauptangeklagte sich am Mittwoch bei Mitangeklagten und Opfern entschuldigt.

"Ich bereue zutiefst, was ich gemacht habe", sagte der 41-Jährige vor dem Landgericht München I. Er wolle sich vor allem dafür entschuldigen, seine Lebensgefährtin in die Sache hineingezogen habe. Was ihm vorgeworfen werde, stimme größtenteils.

In einer Erklärung, die seine Anwältin verlas, begründete der mehrfach vorbestrafte Vater von zwei Kindern den großangelegten Betrug mit Fake-Autohäusern mit Geldsorgen und hohen Schulden.

Er sei in die Fänge von "Düsseldorfer Anlagebetrügern" geraten, die Geld von ihm forderten und ihm und seiner Familie Gewalt angedroht hätten. "Rocker aus Essen" hätten ihm außerdem Probleme gemacht. Außerdem habe er regelmäßig Kokain konsumiert, um mit dem finanziellen Druck umgehen zu können.

Durch die Verwicklung in den Anlagebetrug sei er ohnehin davon ausgegangen, über kurz oder lang wieder im Gefängnis zu landen. "Ich stand in meinem Leben an einer Abzweigung", hieß es in der Erklärung. "Ich verlor alle Skrupel und Hemmungen."

Seine Lebensgefährtin, die mit ihm auf der Anklagebank sitzt, habe nicht gewusst, "was sie da eigentlich macht".

Online-Betrüger knöpfen potenziellen Autokäufern über eine Million Euro ab. (Symbolbild)
Online-Betrüger knöpfen potenziellen Autokäufern über eine Million Euro ab. (Symbolbild)  © Ole Spata/dpa

Titelfoto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

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