Online-Glücksspielregulierung 2019 – wird es Änderungen geben?

Deutschland - Das Thema Online-Glücksspiel ist in Deutschland kein Thema, welches mal eben besprochen wird. Grundsätzlich hätte die Novellierung des Glücksspielstaatsvertrags das Thema schon ausreichend regeln sollen, doch auch hier galt: Mut zur Langsamkeit.

Online-Glücksspiel erfreut sich in den Bereichen Poker, Sportwetten und Glücksspiel wachsender Beliebtheit - trotzdem findet nach wie vor keine transparente Regulierung statt.
Online-Glücksspiel erfreut sich in den Bereichen Poker, Sportwetten und Glücksspiel wachsender Beliebtheit - trotzdem findet nach wie vor keine transparente Regulierung statt.  © pixabay.com

Beim Online-Glücksspiel heißt es weiterhin, dass das Internet und alles, was damit zusammenhängt, absolutes Neuland ist, denn anders sind die Rechtslagen, Auffassungen und gravierend voneinander abweichenden Möglichkeiten kaum zu erklären.

So wirklich kann nicht auf die Staatshoheit auf Glücksspiel gedeutet werden, wenn es auf der anderen Seite durchaus deutsche Lizenzvergaben gibt. Dieser Artikel schaut einmal auf die – möglichen – Änderungen in dem noch jungen Jahr und versucht zu erklären, was aktuell gilt und was eventuell noch kommen könnte.

Die aktuelle Lage

Gesetzlich wird das Online-Glücksspiel in Deutschland in drei Lager geteilt. Zuerst stehen die staatlichen Glücksspiele, also das typische Lottospiel mit all den Unterangeboten. Diese haben eine Onlinelizenz und dürfen ganz offen ihr Angebot zeigen.

Im zweiten Lager befinden sich die Sportwettenanbieter. Diese haben mittlerweile tatsächlich eine Onlinelizenz, zumindest die, die sich schon 2012 darauf beworben haben.

Aktuell werden weitere Anbieter geprüft und erhalten wohl eine Lizenz. Zuletzt kommen die Online-Casinos. Für diese gibt es »eigentlich« überhaupt keine Lizenz, da das Casinospiel eine rein stationäre Angelegenheit ist und wenn ein Onlinespiel möglich wäre, müsste die Lizenz auf Bundes- oder auf Landesebene gelten.

Warum »eigentlich«? Weil es hier schon andere Optionen gibt:

Schleswig-Holstein – das Bundesland hat damals dem Glücksspielstaatsvertrag nicht zugestimmt und ist hingegangen und hat eigene Online-Lizenzen verteilt.

Diese sind auch jetzt noch gültig, sofern die Anbieter sie verlängern. Diese Lizenzen sind allerdings nur für Bewohner des Bundeslandes gültig und schließen »fremde« Spieler aus. Wie das geregelt ist, lässt sich mitunter beim Anbieter DrückGlück sehen. Schleswig-Holsteiner kommen direkt auf die deutsche Internetseite, jeder andere wird auf eine .com-Adresse umgeleitet.

Sportwetten – was haben diese mit Casinos zu tun? Ganz einfach, da viele Sportwettenanbieter gleichzeitig Online-Casinos unterhalten, läuft das doch wieder zusammen.

EU-Lizenzen – die meisten Anbieter arbeiten mit völlig legalen und geprüften EU-Lizenzen. Das Problem ist, dass es für Spieler eine rechtliche Grauzone bleibt, denn rein theoretisch dürfen sie nur in bei ihnen zugelassenen Casinos spielen, alles andere gilt als illegales Glücksspiel.

Dennoch brauchen sich Spieler keine Gedanken machen, wie der nächste Abschnitt zeigt.

 Online-Glücksspiel gehört definitiv zu den Wachstumsbranchen.
Online-Glücksspiel gehört definitiv zu den Wachstumsbranchen.  © pixabay.com

Wie sieht die Gesetzgebung aus?

Landesrecht kollidiert auch bei der Online Glücksspiel Regulierung 2019 mit Bundesrecht und kollidiert mit EU-Recht.

Laut EU-Recht ist das Internet das, was es für die meisten Nutzer ist: grenzenlos. Das EU-Recht sieht beispielsweise vor, dass kein Bürger eines EU-Staates daran gehindert werden darf, auf einer Internetseite eines anderen Landes einzukaufen.

Viele kennen sicherlich Umleitung auf die eigene Landesadresse eines Shops. Diese ist bereits verboten, dennoch gibt es eine Übergangsfrist. Danach muss es einem Deutschen erlaubt sein, auf der spanischen Seite eines Onlinehändlers einzukaufen, wenn dort die Preise besser sind. Genauso sieht das EU-Recht auch das Glücksspiel vor:

  • Grenzenlos – innerhalb der EU muss jeder Bürger Zugriff auf das Online-Casino seiner Wahl haben. Lizenzen dürfen also niemanden ausschließen.
  • Problem Landesrecht – das Glücksspiel wird in Deutschland auf Ebene der Bundesländer gehandhabt. Das heißt, dass jedes Bundesland eigene Lizenzen vergibt und somit auch Regeln aufstellt. Bislang sind es die, dass ein Bayern keinen Zugang zu einem Casino in Hessen erhalten darf.
  • Problem Bundesrecht – Deutschland an sich gibt die Aufgabe über die Glücksspielverwaltung an die Länder weiter, dennoch muss sich das Land natürlich der EU unterordnen. Das geschieht aktuell noch nicht.

Das Online-Glücksspiel wird immer beliebter und es muss sich in diesem Dschungel etwas ändern. Die Politik muss also endlich eine klare Regelung finden, die nicht dem EU-Recht entgegensteht.

Sicherlich wünscht sich die Politik, dass der Spielerschutz gefördert wird, doch kann dies nicht geschehen, wenn es keine klare Linie für alle – europäischen – Anbieter gibt. Und es funktioniert noch weniger, wenn einzelne Glücksspielarten, beispielsweise Sportwetten, anders behandelt werden als Slots oder Casinos.

Was ist beim Online-Glücksspiel zu beachten?
Was ist beim Online-Glücksspiel zu beachten?  © pixabay.com

Was sollten Spieler beachten?

Es wäre schön, wenn Spielern geraten werden könnte, sich ein Casino aus »deutschem und biologischen Anbau«, also mit einer deutschen Lizenz zu suchen. Doch bislang konnten sich die Verantwortlichen aus der Politik nicht auf eine klare Linie einigen, daher müssen Spieler auf andere Aspekte achten, um sicher zu spielen:

EU-Lizenz – das Casino sollte immer eine Lizenz aus der EU haben. Die meisten Anbieter arbeiten mit Lizenzen aus Gibraltar und Malta. Diese Lizenzen werden nur vergeben, wenn ein hoher Standard eingehalten wird und die Sicherheit des Spielers in diversen Punkten sichergestellt ist.

Zahlungsoptionen – auch sie helfen, um ein gutes Casino zu finden. Diverse Anbieter arbeiten mittlerweile mit PayPal oder anderen Zahlungsanbietern, es ist also nicht mehr notwendig, Kreditkartendaten oder die Bankverbindung zu offenbaren. Wichtig: Trotz PayPal gilt beim Glücksspiel kein Käuferschutz. Nachdem ein erfolgloser Pokerspieler seine Verluste bei PayPal geltend machen wollte, wurde der Käuferschutz in diesem Bereich gestoppt.

Anmeldung – so komisch, wie es auch klingt: Ist die Anmeldung kompliziert und muss das Alter erst mühsam via Personalausweis nachgewiesen werden, desto besser handelt das Casino. Ansonsten sollte es möglich sein, zuerst über einen Testaccount reinzuschnuppern.

Bonus – hier ist ein wenig Aufmerksamkeit wichtig, da viele Boni zuerst erspielt beziehungsweise umgesetzt werden müssen. Die Bedingungen müssen vor der Anmeldung klar ersichtlich sein.

Ansonsten zeichnet ein gutes Online Casino auch eine gute Erreichbarkeit via Mail oder Chat aus, berichtet auch Jytte Theilen von CasinoTest.de. Die wenigsten Anbieter arbeiten mit Telefonsupports.

Natürlich ist eine verschlüsselte Verbindung und all das, was für jeden Onlineshop gilt, auch bei Casinos ein Sicherheitszeichen.

Fazit - es bleibt kompliziert

Aktuell sieht es nicht so aus, als würden sich die Verantwortlichen auf eine neue Linie einigen und endlich das Lizenz-Chaos beheben.

Viele Bundesländer setzen schließlich nicht einmal die mehrfach angekündigten Handhabungen im stationären Glücksspielgeschäft um, daher steht das Onlinegeschäft noch weiter hinten auf der To-Do-Liste.

Spieler können nur hingehen und auf EU-Lizenzen achten, sofern sie nicht aus Schleswig-Holstein kommen und eines der dort mit einer Lizenz versehenen Casinos nutzen können.


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