Miese Abo-Falle: Vorsicht bei diesen Streaming-Portalen!

Netz - Filme, Serien oder Musik zu streamen gehört heute zum Alltag, das machen sich kriminelle Anbieter zu Nutze. Die Verbraucherzentrale warnt jetzt vor dubiosen Streaming-Portalen, die wohl nur ein Ziel haben: Die Nutzer abzuzocken.

Vorsicht bei der Auswahl neuer und unbekannter Video-Stream-Anbieter.
Vorsicht bei der Auswahl neuer und unbekannter Video-Stream-Anbieter.  © 123RF

Meist über Popup-Werbung gelangt man auf die Seiten vermeintlicher Videostreaming-Anbieter. Man wird mit einem fünftägigen Testabo dazu animiert, seine persönlichen Daten - Adresse, Email, Telefonnummer - anzugeben. Hat man dies getan, geschieht nichts. Die Kunden bekommen keinen Zugriff auf die zuvor angepriesenen Filme oder Serien.

Meist gehen die Nutzer laut der Verbraucherschützer dann davon aus, dass die Registrierung nicht funktioniert hat. Genau darauf spekulieren allerdings die Hintermänner dieser Seiten. Sie nutzen die angegebenen Adressdaten, um eine Rechnung für das abgeschlossene Abo zu stellen.

Nach Ablauf der fünftägigen Testphase folgen dann zumeist aggressive Zahlungsaufforderungen. Die Verbraucher würden schriftlich und oft auch telefonisch zur Bezahlung eines Jahresabos gedrängt. Dabei werde sich auf den Abschluss des Abos berufen und Forderungen zwischen 144 und 359 Euro gestellt.

Besonders perfide: Die Betreiber der Portale haben etwa bei YouTube extra Video hochgeladen, in denen die angebliche Rechtmäßigkeit der Forderungen bestätigt werden. "In diesen Videos lautet die vermeintlich anwaltliche Auskunft, die Forderung des Anbieters sei rechtens, da Verbraucher bei Abschluss die Nutzungsbedingungen akzeptieren mussten", schreibt die Verbraucherzentrale. Es handelt sich natürlich um falsche Informationen.

Um sich entspannt einen Film anzuschauen, könnte
Um sich entspannt einen Film anzuschauen, könnte  © 123RF

Wie die Marktwächter recherchierten, gibt es inzwischen fast 200 solcher vermeintlicher Streaming-Seiten, deren Adressen immer mal wieder auch offline genommen werden, um später wieder im Netz aufzutauchen. Die meisten haben in ihrem Namen "flix", "play" oder "stream" enthalten. Im Impressum taucht in der Regel eines von neun in Großbritannien gemeldeten Unternehmen auf. Bei diesen handelt es sich um: "Turquoiz Limited", "Lovelust Limited", "Bizcon Limited", "Anmama Limited", "CIDD Limited", "OLJO Ltd", "SAFE4MEDIA Ltd", "Kino Bino Limited" und "Kino Cinemas Ltd".

Eine Übersicht über die knapp 200 dubiosen Streamingseiten gibt es auf der Seite der Verbraucherzentrale unter dem Punkt "Diese Internetadressen haben die Marktwächter gefunden."

Die Erkenntnisse der Verbraucherschützer wurden bereits an die Ermittlungsbehörden weitergegeben.

Was tun, wenn Du eine Rechnung der Streaming-Dienste bekommst?

Bei den bekannten Video-Stream-Anbietern ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite.
Bei den bekannten Video-Stream-Anbietern ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite.  © DPA

Solltest Du eine Rechnung eines der Streaming-Dienste bekommen, raten die Verbraucherschützer:

  • Das in Rechnung gestellte Jahresabo auf keinen Fall bezahlen.
  • Auch von aggressiven Zahlungsaufforderungen nicht beeindrucken lassen.
  • Strafanzeige bei der Polizei stellen.
  • Rat bei der Verbraucherzentrale holen.

Um gar nicht erst in diese Lage zu kommen, solltet ihr, bevor ihr ein (Test)abo abschließt, nach dem Anbieter googeln. Handelt es sich um zwielichtige Unternehmen, finden sich dann in der Regel schon Hinweise im Netz.

Ist dies der Fall, auf keinen Fall persönliche Daten angeben und lieber bei den bekannten Streaming-Anbietern bleiben.


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