Hat dieser Opa seine fünf Enkel missbraucht?

Er habe nur „auf Wunsch“ der Jungs gehandelt, erklärte Lothar E.
Er habe nur „auf Wunsch“ der Jungs gehandelt, erklärte Lothar E.

Dresden - „Jede sexuelle Ausbeutung von Kindern ist eine zu viel!“ Dieser Satz stammt von Lothar E. (67) in einem Leser-Forum zum Thema Kindesmissbrauch. Er klingt wie purer Hohn.

Denn laut Anklage, hat der gelernte Schlosser und Musiker seine eigenen Enkel fast 30 Mal missbraucht. Jetzt sitzt er auf der Anklagebank.

Seit Februar 2013 soll sich der Mann, der rund um Pirna einst mit seinen Kindern in Kirchen musizierte, an fünf seiner Enkel vergangen haben. Die Jungen (damals fünf, sieben und zehn Jahre) missbrauchte er. Die Enkeltochter (damals 8) soll er gefragt haben: „Willst du auch mal?“ Sogar am 18 Monate alten Baby soll er sich vergriffen haben.

Er habe nur „auf Wunsch“ der Jungs gehandelt, erklärte Lothar E. wortreich. „Wer bin ich denn, dass ich das verweigere“, rechtfertigte sich der Großvater. Einmal hätte das Mädchen vor dem Bruder gestrippt. Er hätte daraufhin an sich manipuliert. „Ich zeigte ihm nur, wie es richtig geht.“

Die Sache mit dem Jüngsten sei an den Haaren herbeigezogen. „Mein Spektrum geht erst bei zehn Jahren los“, so der Mann, der sich zu kleinen Jungen hingezogen fühlt, auf dessen Computer widerliche Kinderporno-Fotos sichergestellt wurden. Er habe den Kindern nur „Streicheleinheiten unter der Bettdecke“ gegeben.

Beim Familientreffen im Mai kamen die mutmaßlichen Taten zur Sprache. Die eigenen Kinder zeigten ihren Vater an, der seither in U-Haft sitzt. „Das kann ich nur mit Gruppendynamik erklären“, so Lothar E. kopfschüttelnd, der seinen Kindern „Drogenkonsum“ und „religiösen Wahn“ vorwarf. Sie hätten sein Umfeld vergiftet. „Ich kann mich nirgends mehr blicken lassen“, schimpfte der Hobby-Buchautor, der einst sogar Priester werden wollte.

Nach den Angaben bleibt den Enkeln die Aussage bei Gericht wohl nicht erspart. Und prompt argwöhnte der Großvater, dass deren Eltern genug Zeit gehabt hätten, die Kleinen darauf vorzubereiten, gegen ihn auszusagen. Der Prozess wird fortgesetzt.

Foto: Tuerpe


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