Opa soll Enkelin jahrelang missbraucht haben, doch der hat ganz andere Erklärung

Gera - Vor dem Landgericht Gera wird am Montag ab 13 Uhr der Prozess gegen einen 56-Jährigen wegen sexuellen Missbrauchs seiner Enkelin fortgesetzt.

Das Mädchen vertraute sich erst nach Jahren der Mutter ihres Freundes an. (Symbolbild)
Das Mädchen vertraute sich erst nach Jahren der Mutter ihres Freundes an. (Symbolbild)  © 123RF

Das Mädchen hatte bei der Polizei geschildert, dass ihr Opa sie erstmals unsittlich berührte, als es sechs Jahre alt gewesen sei.

In den folgenden Monaten und Jahren sollen die Übergriffe immer schwerer geworden sein, bis der Mann schließlich sogar Geschlechtsverkehr mit dem Mädchen haben wollte.

Das Gericht hatte am vorhergehenden Verhandlungstag eine Videoaufzeichnung der Befragung in Augenschein genommen.

Der Angeklagte weist die Vorwürfe zurück. Das Mädchen habe ihn zu Unrecht beschuldigt. Sie habe sich immer wieder an ihn rangemacht, er habe das einfach über sich ergehen lassen.

Das Mädchen hatte seiner Familie jahrelang nichts von den Vorfällen erzählt, vertraute sich erst der Mutter ihres damaligen Freundes an. Die brachte die Ermittlungen dann ins Rollen.

Ihr Großvater kann sich die Aussagen nicht erklären, möglicherweise habe sie ihm eins auswischen wollen, weil er gedroht hatte, die Familie ihres Freundes über dessen Drogenkonsum aufzuklären.

Update 15.23 Uhr:

Wegen sexuellen Missbrauchs seiner Enkelin hat das Landgericht Gera einen 56 Jahre alten Mann zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt. Nach der Aussage des Opfers bei der Polizei, die das Gericht als Videoaufzeichnung angesehen hatte, habe die Kammer "gar keinen Zweifel daran, dass das der Wahrheit entspricht", sagte Richter Berndt Neidhardt am Montag in der Urteilsbegründung.

Anders als der Angeklagte meine, habe es kein Komplott gegeben, um ihn "in die Pfanne zu hauen". Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten eine Freiheitsstrafe von elf Jahren gefordert, der Verteidiger des Deutschen eine Strafe von sechs bis sieben Jahren.

Titelfoto: 123RF

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