Dresdens älteste Affenlady Djaka wird 50 Jahre alt: Trauriger Abschied steht an!

Dresden - Am 9. August 1969 erblickte Orang-Utan-Weibchen Djaka im Zoo das Licht der Welt. Mit nunmehr 50 Jahren ist Djaka der bisher älteste Orang-Utan in der Geschichte des Dresdner Tierparks.

Kümmert sich seit 1972 um "seine" Djaka: Revierleiter Gerd Grätz (63). Beide zusammen im Jahr 1982 (r.). (Bildmontage)
Kümmert sich seit 1972 um "seine" Djaka: Revierleiter Gerd Grätz (63). Beide zusammen im Jahr 1982 (r.). (Bildmontage)  © Thomas Türpe/Zooarchiv

Ein Pfleger hat sie dabei fast die gesamte Zeit liebevoll, teils heimlich betreut. Jetzt steht ein trauriger Abschied an.

1972 begann der heutige Revierleiter Gerd Grätz (63) als junger Tierpfleger im Zoo.

Eine Station war das Affenhaus. Schon damals war klar: Zwischen ihm und der dreijährigen Djaka hat es gefunkt.

"Menschenaffen suchen sich ihre Pfleger aus, nichts klappt gegen ihren Willen", so Gerd Grätz.

"Djaka liebt mich abgöttisch. Als Pfleger muss ich aber alle Tiere gleich behandeln. Von daher war alles zwischen uns, jede extra Streicheleinheit, heimlich."

Entsprechend gut behütet wuchs die Orang-Dame heran.

Djaka brachte fünfmal Nachwuchs zur Welt, von denen vier Jungtiere (Djuru: 1979; Dagu: 1985; Djaro: 1990 und Djarius: 1994) erfolgreich aufgezogen werden konnten und in andere Zoos vermittelt wurden.

Orang-Utan-Weibchen Djaka und Pfleger Gerd Grätz wie ein altes Ehepaar

Affenmama Djaka mit ihrem ersten Nachwuchs Djuru. Rechts: 1975 fahren Djudi, Dalima, Djaka und Djambi (v.l.) im Kinderwagen durch den Zoo. (Bildmontage)
Affenmama Djaka mit ihrem ersten Nachwuchs Djuru. Rechts: 1975 fahren Djudi, Dalima, Djaka und Djambi (v.l.) im Kinderwagen durch den Zoo. (Bildmontage)  © Thomas Türpe/Zooarchiv

Pfleger und Affenlady sind mittlerweile wie ein altes Ehepaar.

"Sie weiß, wie es mir geht und ich sehe an ihrem Gesicht, ob sie eine gute Nacht hatte oder ob es laut und stressig war."

Unglaublich: Den Kopf an ihren Pfleger gedrückt, ließ sich Djaka ohne Narkose schlimmste Wunden vom Tierarzt versorgen.

Dennoch steht bald eine Trennung für immer an, denn Revierleiter Grätz geht in den Ruhestand.

"Wahrscheinlich werde ich nicht zu ihr zurückkommen. Wenn ich Urlaub hatte, war das schon jetzt immer unglaublich schwer für sie. Wenn ich wieder da war, hat sie mich ihren Verlust stundenlang spüren lassen. Ich will unseren Abschied nicht schwerer machen, als es eh wird."

Auch Djaka selbst gilt mit 50 Jahren als "sehr, sehr alt. Ich wünsche ihr, dass sie einmal ohne lange Leidenszeit einschlafen wird."

Nächstes Jahr wird im Dresdner Zoo das neue Affenhaus gebaut

Zum 50. Ehrentag gab es für Djaka reichlich Leckereien: Selbstgebackene Dresdner Eierschecke (ohne Zucker) sowie Möhren, Weintrauben und getrocknete Tomaten. Rechts: Djaka mit drei Jahren. (Bildmontage)
Zum 50. Ehrentag gab es für Djaka reichlich Leckereien: Selbstgebackene Dresdner Eierschecke (ohne Zucker) sowie Möhren, Weintrauben und getrocknete Tomaten. Rechts: Djaka mit drei Jahren. (Bildmontage)

Für mindestens acht Millionen Euro wird Dresden in den nächsten Jahren das alte Orang-Utan-Haus durch einen zeitgemäßen Neubau ersetzen.

Die Pläne dafür stehen, erste Gelder für Planungsleistungen sind bewilligt.

In einem ersten Schritt ziehen die Flamingos um. Die neue Anlage entsteht im jetzigen Ententeich zwischen Verwaltungsgebäude und Streichelzoo.

Die Arbeiten dafür sollen noch in diesem Jahr starten. Mitte 2020 soll das neue Flamingo-Domizil fertig sein.

Danach wird das jetzige Flamingo-Reich plattgemacht. Zusammen mit der Freifläche neben dem Orang-Utan-Haus entsteht so ein gemeinsames Baufeld für den Neubau.

Gebaut wird danach ab frühestens Herbst 2020. Etwa zwei Jahre später steht der Neubau.

Für die Affenbande wird das neue Gehege ein extremer Fortschritt.

Revierleiter Gerd Grätz: "Die Tiere brauchen große Höhe. Wenn es ihnen nicht gut geht, wollen sie sich nach oben verziehen. Aktuell geht das nicht."

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