Dieser Bischof fordert mehr Wertschätzung für homosexuelle Paare

Osnabrück - Der katholische Bischof von Osnabrück, Franz Josef Bode, setzt sich für mehr Wertschätzung für gleichgeschlechtliche Paare von Seiten der Kirche ein.

Der 67-jährige Bischof Franz Josef Bode nimmt nach langer Krankheit zu Weihnachten seine Amtsgeschäfte wieder auf.
Der 67-jährige Bischof Franz Josef Bode nimmt nach langer Krankheit zu Weihnachten seine Amtsgeschäfte wieder auf.  © DPA

Den Paaren müsse man mit Respekt begegnen, forderte er. "Das kann man nicht einfach ignorieren, dass das Lebensformen sind, die wir wertschätzen müssen", sagte Bode.

"Seitdem es die Ehe für alle staatlicherseits gibt, müssen wir darüber nachdenken, wie wir solche doch sehr verantwortungsbewussten und bindungsbereiten Lebensgemeinschaften begleiten, pastoral und liturgisch", sagte der 67-Jährige. Wie weit aber die kirchliche Begleitung schwuler und lesbischer Paare gehe, sei noch eine offene Frage.

"Das Wort Segnung bedeutet vieles, es unterscheidet sich von der Trauung, das ist der Vorteil des Wortes", sagte der Bischof. Es dürfe nicht den Charakter des Absegnens haben. Gewürdigt werden solle das gute, verantwortungsvolle und in echter Bindung sich vollziehende Zusammenleben, dem der Zuspruch Gottes zuteil werden solle. "Wenn das so verstanden wird, glaube ich, dass man darüber auch hinfinden und positive Wege finden kann."

Der Bischof steht den homosexuellen Paaren freundlich gesinnt gegenüber.
Der Bischof steht den homosexuellen Paaren freundlich gesinnt gegenüber.  © DPA

Vor wenigen Wochen war es zum Konflikt zwischen dem Rektor der Jesuitenschule Sankt Georgen in Frankfurt, Ansgar Wucherpfennig, und dem Vatikan gekommen.

Der Vatikan hatte nach liberalen Äußerungen des Jesuiten zu Homosexuellen und Frauen in der Kirche gezögert, ihm die Unbedenklichkeitserklärung für sein Amt zu gewähren. "Ich sehe das so, dass die jetzige Einigung kein Schweigegebot ist", sagte Bode zu dem Fall.

Wucherpfennig wolle die Lehre der Kirche darstellen, aber auch in der Diskussion halten. "Das, meine ich, ist der Impuls, der positiv aus der römischen Intervention kommt, dass wir diese Diskussion noch vertiefter führen", erklärte Bode.

Der Bischof von Osnabrück nimmt nach lange Krankheit und mehreren Operationen zu Weihnachten seine Amtsgeschäfte wieder auf.

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