Turnhallendach eingestürzt: Stadt fordert Geld vom Statiker

Osnabrück/Lingen - Im Streit zwischen der Stadt Lingen und einem Statiker um den Einsturz eines Sporthallendaches wird das Landgericht Osnabrück womöglich ein Gutachten anfordern.

Das komplette Turnhallendach stürzte im Januar 2017 ein.
Das komplette Turnhallendach stürzte im Januar 2017 ein.  © dpa/Wilfried Roggendorf

Wie ein Gerichtssprecher am Montag mitteilte, ist erst in einigen Wochen mit einem Urteil zu rechnen. Bei dem Streit geht es um 137.500 Euro, die die Stadt von dem Statiker als Schadenersatz fordert.

Das Dach der Sporthalle der Johannisschule war im Januar 2017 zusammengebrochen. Menschen waren nicht zu Schaden gekommen, nachdem dem Hausmeister zuvor Durchbiegungen der Hallendecke aufgefallen waren und die Halle rechtzeitig gesperrt worden war.

Der Statiker war 2010 von der Stadt wegen der energetischen Sanierung des 1966 errichteten Gebäudes beauftragt worden. Er sollte das Hallendach statisch prüfen. Das Dach wurde zusätzlich gedämmt und es wurde eine Photovoltaikanlage installiert.

Die Stadt ist der Auffassung, dass der Statiker seinen Auftrag fehlerhaft ausgeführt habe und es daher zu dem Einsturz des Daches kam. Der Statiker seinerseits sagt, er habe nur einen sehr eingeschränkten Prüfauftrag gehabt. Das Dach sei wegen Schäden an den Holzträgern eingestürzt. Deren Überprüfung sei aber nicht Teil des Auftrages gewesen.

Laut der Stadt Lingen liegt der Schaden deutlich über der geforderten Schadenersatzsumme. Eine abschließende Bezifferung sei noch nicht möglich. Die Kommune rechne aber mit deutlich mehr als 700.000 Euro.

Vor dem Osnabrücker Landgericht findet der Prozess gegen den Statiker statt.
Vor dem Osnabrücker Landgericht findet der Prozess gegen den Statiker statt.  © dpa/Friso Gentsch

Titelfoto: dpa/Wilfried Roggendorf

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