Ostkreuz wird Frust-Kreuz. Das sind die größten Probleme der Bahn

Nach fünfeinhalb Jahren ist am Morgen der durchgängige S-Bahnverkehr von Erkner bis zum Berliner Westkreuz wieder aufgenommen worden.
Nach fünfeinhalb Jahren ist am Morgen der durchgängige S-Bahnverkehr von Erkner bis zum Berliner Westkreuz wieder aufgenommen worden.  © DPA

Berlin - Vor etwas mehr als einer Woche wurde eine große Etappe nach fünf Jahren Bauzeit geschafft. Gesperrte Strecken wurden wieder freigegeben und eine neue Sicherunganlage ging in Betrieb, doch die anfängliche Freude wich dem Ärger über Verspätungen und Ausfällen. Vor allem wegen Letzteres gab es nun ein Krisengespräch, wie der Berliner Kurier berichtet.

An einen runden Tisch lud der Senat S-Bahn und DB Netz ein, um über die Probleme am und um Ostkreuz zu sprechen. "Wir machen uns Sorgen", sagte Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner (Grüne) während des Treffens. Er bleibt das Sorgenkind im Berliner S-Bahnetz. Vor allem die S3 leidet darunter, schließlich feierten die Köpenicker die Lückenschließung in die City.

So heißt es geduldig sein auf der S3, S5, S7 und S75, denn das neue elektronische Stellwerk am Ostbahnhof führt unter anderem zu den gravierenden Problemen, wie ein Insider dem Kurier sagte. So treten Komplikationen mitunter dann auf, wenn eine S75 im Ostbahnhof endet und in die entsprechende Kehranlage am Ende des Bahnhofs fährt.

In diesem Fall springen die Signale für andere Züge auf Rot, was dann nur mit Hilfe eines Stellwerkmitarbeiter wieder rückgängig gemacht werden kann. Eine schweißtreibende Aufgabe und ein Geduldsspiel für die Fahrgäste und andere Zugführer. Bis jedoch das Problem am Ostbahnhof beseitigt ist, ziehen sich die Verzögerungen bis in den tiefsten Osten Berlins rein.

Passagiere steigen in den Zug der Berliner S-Bahnstrecke S3 nach Erkner im Bahnhof Ostkreuz hält.
Passagiere steigen in den Zug der Berliner S-Bahnstrecke S3 nach Erkner im Bahnhof Ostkreuz hält.  © DPA

"Die DB hat gravierende Probleme mit der neuen Sicherungstechnik auf der Stadtbahn", bestätigte ein Insider.

Siemens, die für die Sicherungstechnik zuständig ist, hat einige Neuerungen eingeführt, die die Signalschaltungen stört und einen reibungslosen Betriebsablauf gefährdet. Somit wird nich in dieser Woche Siemens ebenfalls zu einem Krisengespräch geladen werden.

Hinzu kommt aber auch, dass das Fahrpersonal sich erst noch an die neuen Streckenführungen und Betriebsabläufe gewöhnen muss. So kommt es beispielsweise bei der Überfahrt der neuen S3-Brücke kurz vor dem Ostkreuz in Fahrtrichtung Innenstadt zu Verzögerungen, weil der rasche An- und Abstieg gewöhnungsbedürftig ist.

Die DB bestätigte jedoch, dass die Störungen in den vergangenen Tagen weniger geworden sind. Bleibt zu hoffen, dass es auch so bleibt.

Titelfoto: DPA


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