Rechtsextreme Bedeutung? Polizist trägt bei Neonazi-Festival fragwürdige Abzeichen

Ostritz - Aufregung um einen Polizisten beim Neonazi-Festival im sächsischen Ostritz. Auf Twitter kursierte ein Foto eines Beamten, das ihn mit zwei fragwürdigen Patches an seiner Uniform zeigte.

Ein Besucher des Rechtsrockfestivals Schild und Schwert wird von zwei Polizisten mitgenommen, nachdem er einen Journalisten angriffen hat.
Ein Besucher des Rechtsrockfestivals Schild und Schwert wird von zwei Polizisten mitgenommen, nachdem er einen Journalisten angriffen hat.  © Daniel Schäfer/dpa-Zentralbild/dpa

Die Initiative "Rechts rockt nicht" postete ebenfalls das Bild und fragte: "Was sollen denn diese Abzeichen bedeuten @PolizeiSachsen @bpol_pir? Sind diese offiziell oder mal wieder ein Einzelfall?"

Doch was bedeuten diese Patches? Das obere Kreuzritter-Symbol ist umstritten, wird häufig in der rechten Szene verwendet. Doch auch Terroristen wie Anders Behring Breivik, der 2011 in Norwegen 77 Leute tötete, beruft sich auf den Mythos der Kreuzritter.

Auf dem unteren Patch steht geschrieben: "Molon labe" und bedeutet so viel wie "Komm und hol sie dir". Dieser Spruch wird gern von den Waffen-Liebhabern in den USA verwendet. Ursprünglich geht das Zitat auf König Leonidas von Sparta zurück. Auch der Spartaner-Mythos ist in rechten Kreisen recht beliebt. Das Lambda der Identitären stammt beispielsweise von deren Schilden.

Die Polizei Sachsen antwortete zunächst, dass man den Fall prüfen werde. "Es sind uns unterstützende Kräfte", hieß es, was eine Bewertung zunächst nicht möglich machte.

Im Laufe des Tages veröffentlichte die Görlitzer Polizei dann eine Pressemitteilung. "Die Überprüfung ergab, dass diese Abzeichen strafrechtlich nicht relevant waren." Sie wurden allerdings nach Rücksprache mit dem Beamten entfernt. "Bezüglich eines möglichen Verstoßes zu Bekleidungsvorschriften liegt die Verantwortung bei der Bundespolizei, die diese auch wahrnimmt."

Aufregen war dieser Beamte mit zwei Patches.
Aufregen war dieser Beamte mit zwei Patches.  © Screenshot/Twitter/rechtsrocknich

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