Was ist denn da los? Menschen in Schutzanzügen am Ostsee-Strand

Kühlungsborn - Öl-Pest an der Ostsee - zum Glück war es nur eine Übung.

Spaziergänger gucken zu, wie die Helfer mit einem Spezialfahrzeug Geräte zur Aufnahme von angespültem Öl aufbauen.
Spaziergänger gucken zu, wie die Helfer mit einem Spezialfahrzeug Geräte zur Aufnahme von angespültem Öl aufbauen.  © dpa/Bernd Wüstneck

Hilfsorganisationen und Behörden des Landkreises Rostock haben am Samstag die Bekämpfung einer Ölverschmutzung am Ostseestrand von Kühlungsborn geübt.

Rund 90 Einsatzkräfte legten am Hafen des Seebades Ölsperren aus und bauten Spezialtechnik auf.

Ferner richteten sie eine sogenannte Dekontaminationsstrecke und eine mobile Einsatzleitstelle ein.

Das Szenario umfasste sowohl einen Schiffsunfall als auch einen Ölaustritt aus der Tankstelle des Hafens.

Die Übung fand bei Sonnenschein und ruhiger See statt.

Hintergrund der Übung sei der zunehmende Schiffsverkehr auf der Ostsee, hieß es.

Auch kleinere Unfälle mit Schadstoffen häuften sich.

Seegebiet vor Mecklenburg-Vorpommern ist viel befahren

Um ölverschmutzte Helfer zu reinigen wurde eine Dekontaminationsstrecke aufgebaut.
Um ölverschmutzte Helfer zu reinigen wurde eine Dekontaminationsstrecke aufgebaut.  © dpa/Bernd Wüstneck

Erst im August hatte das Havariekommando eine ähnliche Übung bei Rostock veranstaltet. Dabei war die Bekämpfung eines Ölteppichs mit sechs Schiffen geübt worden.

Koordiniert wurden die Einsatzkräfte auf See erstmals mithilfe einer Drohne. Den Ölteppich hatten die Übungsteilnehmer mit 20 Kubikmeter Popcorn simuliert.

In den vergangenen Jahren sind die Strände in Mecklenburg-Vorpommern von Ölverschmutzungen verschont geblieben.

Nur angeschwemmte Paraffin-Klumpen erforderten mehrfach Reinigungseinsätze auf Rügen.

Das Seegebiet nördlich von Mecklenburg-Vorpommern hat einige Gefahrenpunkte für die Schifffahrt.

Eine der schmalsten und schwierigsten Passagen ist die Kadetrinne. Bis zu 200 Frachtschiffe durchfahren pro Tag die zum Teil nur etwa 1000 Meter breite Engstelle, in der es schon häufiger zu Havarien kam.

2001 etwa rammte der Zuckerfrachter "Tern" den Öltanker "Baltic Carrier", woraufhin rund 2700 Tonnen Öl an die dänische Küste gespült wurden.

Titelfoto: Montage: dpa/Bernd Wüstneck


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