Ottfried Fischer über Wolfgang Stumph: "Er ist ein wunderbarer Kollege"

Leipzig - Schauspieler Ottfried Fischer (66) hat eine schwere Zeit hinter sich, was seine Gesundheit angeht. Nach einer Sepsis lag er zwei Monate im künstlichen Koma, seine Parkinson-Erkrankung macht ihm zu schaffen. Wegen seines neuen Buchs war er jetzt Gast im MDR-Riverboat. Dabei erzählte er auch, dass er unseren "Stumphi“ sehr schätzt und was die DDR für ihn selbst bedeutet.

Ottfried Fischer sprach im MDR-Riverboat über sein neues Buch "Heimat ist da, wo dir die Todesanzeigen etwas sagen".
Ottfried Fischer sprach im MDR-Riverboat über sein neues Buch "Heimat ist da, wo dir die Todesanzeigen etwas sagen".  © Armin Weigel/dpa

"Heimat ist da, wo dir die Todesanzeigen etwas sagen“ heißt das neue Werk des Schauspielers. Selbst kämpft Fischer seit Jahren mit seiner Parkinson-Erkrankung.

"Ich kann ihn wirklich nicht leiden, aber man kann auch mit ihm klarkommen“, sagt er über Morbus Parkinson. "Wie er mich so am Wickel hat im Moment, ist es wirklich noch nicht so schlimm, dass man großartig jammern müsste. Man kann ganz bewusst damit umgehen. Selbst das Sporttreiben ist dafür doch ein kleiner Vorteil für den menschlichen Körper, auch wenn ich dafür Unmengen meiner persönlichen Überzeugungen aufgeben muss. Die Nachrichten vom Hirn kommen einfach nicht mehr rechtzeitig bei den Muskeln an. Mit Tabletten kann ich das auffangen.“

Das leidige Thema "Übergewicht“ spielt auch nach seiner Sepsis eine große Rolle in Fischers Leben. "Aufgrund meiner Sepsis und dem damit verbundenen Muskelabbau bin ich gezwungen, mehrmals die Woche Sport zu treiben. Was ich nie gedacht hätte und was ich zugeben muss: Dass es unheimlich lästig ist, aber mir auch Spaß macht.“

Noch heute erinnert sich Fischer übrigens gern an seine Rolle im Kultstreifen "Go, Trabbi Go" und seine Zusammenarbeit mit Wolfgang Stumph (73).

"Es war ein wunderschönes Arbeiten mit den Kollegen, Stumphi ist ein wunderbarer Kollege. Ich habe ihn später auch an das Theater geholt, an dem ich beteiligt war - mit einem Kabarett-Programm“, so Fischer. "Man wirft der DDR immer vor, dass sie nicht gut funktioniert hat und der Staat unter aller Sau war und das Einzige was gut war, war der Rechtsabbieger-Pfeil. Was aber immer wieder vergessen wird, auch von Wessis: Dass die DDR auch Heimat war für Menschen."

Wenn man es mit Mut betrachte, gäbe es sehr viel zu entdecken, was wunderbar war, so der Schauspieler. "Wir Deutschen brauchen nicht unfroh sein über diese Entwicklung."

Fischer (rechts) zusammen mit Wolfgang Stumph und Billie Zöckler (†70) bei einem Fototermin zur TV-Doku "Go Trabbi Go Forever".
Fischer (rechts) zusammen mit Wolfgang Stumph und Billie Zöckler (†70) bei einem Fototermin zur TV-Doku "Go Trabbi Go Forever".  © Tobias Hase/dpa

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