"Enigma"-Code: Verschlüsselte Funksprüche aus Paderborn

So sahen die deutschen Kodiermaschinen aus.
So sahen die deutschen Kodiermaschinen aus.  © DPA

Paderborn/Bletchley - Das Knacken der deutschen Verschlüsselungs-Maschine "Enigma" gilt als einer der spektakulärsten Erfolge des britischen Geheimdiensts im Zweiten Weltkrieg. Seit 1941 wussten die Briten, was verschlüsselt an deutsche U-Boote und Kriegsschiffe gefunkt wurde.

Erstmals nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs werden am Freitag wieder mit "Enigma" verschlüsselte Nachrichten gefunkt. Absender ist das Heinz-Nixdorf-Museum in Paderborn. Der Empfänger sitzt im Bletchley Park. Die ehemalige britische geheime Dechiffrierzentrale beheimatet heute das Nationale Computer-Museum Großbritanniens.

Während in Paderborn und England nachgebaute alte Technik zum ver- und entschlüsseln eingesetzt wird, können sich auch Hobbyfunker am Entschlüsseln beteiligen. Wer die gesendeten Funksprüche geknackt hat, kann dem Museum in Paderborn eine Mail schicken.

Ein fairer Wettkampf sei das freilich nicht, aber trotzdem sportlich, wie Museumssprecher Andreas Stolte sagt. Vor zehn Jahre sei bei einem ähnlichen Versuch - damals noch mit anderer Verschlüsselungstechnik - ein Funker und Hobby-Kryptologe aus Bonn erfolgreich gewesen. "Er hat aber auch eine moderne Software zur Entschlüsselung eingesetzt", sagt Stolte.

Am Freitag werden drei Nachrichten mit "Enigma" verschlüsselt und ausgedruckt an einen 70 Jahre alten Hobby-Funker weitergereicht. Der funkt den Text aus Paderborn per Morse-Alphabet in Richtung England. "Das wird er den ganzen Vormittag wiederholen", sagt Sprecher Stolte.

Wenn der Funkspruch im Bletchley Park nordwestlich von London ankommt, beginnt dort die Entschlüsselungs-Maschine zu laufen. Dann gibt es eine Antwort auf die Frage: Sind die heutigen Funker mit moderner Computer-Technik schneller oder die alte Technik als Vorläufer der heutigen digitalen Kryptographie?

Titelfoto: Screenshot/Facebook


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