Geheimnisse verraten? Prozess gegen Ex-Polizeichef wird neu aufgerollt

Andreas Krummrey (Mitte) am 15. März 2016 mit seinen Anwälten Hans-Jörg Bücking (li.) und Andre Pott.
Andreas Krummrey (Mitte) am 15. März 2016 mit seinen Anwälten Hans-Jörg Bücking (li.) und Andre Pott.  © DPA

Paderborn - Der ehemalige Polizeichef von Paderborn, Andreas Krummrey, muss sich in einem neu aufgerollten Prozess wegen des Vorwurfs des Verrats von Dienstgeheimnissen verantworten. Der Bundesgerichtshof gab der Revision des Staatsanwalts statt.

"Ich halte das für nicht richtig. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir gegen diese Entscheidung noch mal vorgehen", sagte Rechtsanwalt Hans-Jörg Bücking, der Krummrey vertritt, in der Neuen Westfälischen.

Das Landgericht Detmold hatte den heute 64-Jährigen am 15. März 2016 freigesprochen. Dass er Geheimnisse verraten und sich der Strafvereitelung schuldig gemacht habe, sei ihm nicht nachzuweisen, begründete die Kammer damals ihr Urteil.

Die Staatsanwaltschaft hatte Krummrey zur Last gelegt, einen Arzt in seiner Behörde vor Ermittlungen gegen ihn gewarnt zu haben. So sollte er den Mediziner über einen anonymen Hinweis informiert haben, wonach dieser jahrelange illegal Medikamente an andere Kollegen weitergegeben habe.

Für die Staatsanwaltschaft bedeutete der Freispruch einen herben Rückschlag, denn sie war vor dem Bundesgerichtshof (BGH) gegen ein erstes Urteil erfolgreich in Revision gegangen. Im ersten Anlauf hatten die Richter den Vorwurf des Dienstgeheimnisverrats als bewiesen erachtet und Krummrey zur Zahlung einer Geldstrafe von 13.500 Euro verurteilt, was der Staatsanwaltschaft zu milde erschien.

Nach dem Freispruch durch eine andere Landgerichtskammer blieb Krummrey die Strafe erspart. Die Staatsanwaltschaft ist daher abermals in Revision gehen.

Titelfoto: DPA


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0