Für zwei Frauen wird Fahrt im Nachtbus zum Horror-Trip

Paderborn/Hövelhof - Viele Frauen werden es kennen: Wer am späten Abend an der Haltestelle auf den Nachtbus wartet, ist froh, wenn er endlich da ist. Doch für zwei Frauen im Alter von 20 und 21 Jahren wurde die Fahrt zur Tortur.

Mittlerweile haben die jungen Frauen Anzeige bei der Polizei erstattet. (Symbolbild)
Mittlerweile haben die jungen Frauen Anzeige bei der Polizei erstattet. (Symbolbild)  © 123RF

Eine von ihnen berichtet auf "Spotted Hövelhof" von dem schrecklichen Erlebnis: "Freitag Nacht bin ich mit meiner Freundin mit dem Nachtbus von Paderborn nach Hövelhof gefahren", beginnt sie ihre Warnung "an alle Mädchen" (Rechtschreibung übernommen).

Der Busfahrer habe mit ein paar Freunden vorne gesessen. "Wir beide waren die einzigen Fahrgäste." Plötzlich fingen die fremden Männer an, während der Fahrt Fotos und Videos von den jungen Frauen zu machen. Dabei gafften sie sie die ganze Zeit an.

Als ob diese Tatsache alleine die Freundinnen nicht schon genug verängstigt hätte, wurde es im Anschluss noch schlimmer: "An anderen Bushaltestellen, wo mehrere Fahrgäste einsteigen wollten und auf sich aufmerksam machten, fuhr er einfach weiter." Die Männer hätten einfach nur gelacht.

"Da wir Angst bekamen wollten wir aussteigen aber sie öffneten uns die Tür nicht." Erst nachdem sie länger mit dem Fahrer diskutierten, hielt er endlich an. Doch als sie endlich ausgestiegen waren, riefen die Männer ihnen hinterher, dass sie sofort wieder einsteigen sollen.

In den Kommentaren berichtete ein User davon, dass sie am gleichen Abend ebenfalls schlechte Erfahrungen mit dem Fahrer machten: "Der Typ war mega der Vollspast, hatte mit dem auch so meine Probleme Freitagnacht, aber Leute dann ruft vor Ort noch die Cops ?!"

Der Busfahrer saß mit seinen Freunden vorne. (Symbolbild)
Der Busfahrer saß mit seinen Freunden vorne. (Symbolbild)  © 123RF

"Wir sind auch mit dem Busfahrer und deren Begleiter gefahren! Allerdings um 00:01 ab Paderborn! Wir waren mit 10 Frauen! Eine hätte noch vier Haltestellen weiter fahren müssen. Sie ist zum Glück mit uns ausgestiegen", schreibt eine weitere Userin.

Andere rieten den Frauen ebenfalls dazu, den Vorfall bei der Polizei zu melden. Laut Informationen der Neuen Westfälischen taten sie das am Montag. So etwas sei "nicht an der Tagesordnung, umso wichtiger ist es, den Sachverhalt aufzuklären", erklärt Michael Biermann von der Polizei.

"Die Nachricht hat uns sehr betroffen gemacht, eigentlich sollten sich die Leute sicher fühlen", sagt der Geschäftsführer vom Busunternehmen go.on, Christoph Lünser.

Bis alles geklärt sei, werde der betroffene Fahrer vorerst nicht mehr eingesetzt. Mit Hilfe von Videoaufnahmen, die mit einer Überwachungskamera im Bus aufgezeichnet wurden, soll Klärung bringen: "Das Material wurde sichergestellt und wird vom Systemhersteller ausgewertet."

Allerdings hat Lünser Zweifel: "Die Kamera ist für den Fahrgastraum gedacht. Wegen des Winkels ist im ganz schlimmen Fall nicht drauf, was wir sehen wollen."

Titelfoto: 123RF


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