Richter verschiebt Pensionierung wegen "Horror-Haus"-Prozess

Der vorsitzende Richter Bernd Emminghaus könnte auch erst später als Gedacht in Pension gehen.
Der vorsitzende Richter Bernd Emminghaus könnte auch erst später als Gedacht in Pension gehen.

Paderborn/Höxter - Eigentlich dürfte der vorsitzende Richter des Horror-Haus-Prozesses, Bernd Emminghaus, im kommenden Jahr schon in Pension gehen. Da sich das Verfahren aber immer wieder verschiebt, hat er seine Pensionierung vorsorglich um ein halbes Jahr verschoben.

Immer wieder kam es in letzter Zeit zu Problemen vor Gericht. Zuletzt gab es Schwierigkeiten mit dem Gutachter Michael Osterheider. Dieser hatte in seinem schriftlichen Gutachten über den Angeklagten Wilfried W. angegeben, am 5. April 2017 im Gefängnis gewesen zu sein und Wilfried befragt zu haben. Allerdings soll das Gespräch nie stattgefunden haben, weil Osterheider gar nicht im Gefängnis war (TAG24 berichtete).

"Da noch nicht absehbar ist, wie lange der Prozess aufgrund der Gutachter-Frage verlängert werden muss, habe ich die Verschiebung meiner Pensionierung vorsorglich beantragt", erklärt der 65-Jährige laut Informationen der Neuen Westfälischen.

Er habe in seiner Position die Möglichkeit die Pensionierung bis zum 67. Lebensjahr zu verschieben, fuhr Emminghaus fort und gab an: "Sollte bis Mai das Urteil fallen, werde ich aber wie geplant in Pension gehen."

Der Prozess könnte durch die Ungereimtheiten rund um den Gutachter Michael Osterheider noch zu einer Mammutaufgabe werden. Der Anwalt von Wilfried W., Detlev Binder, hatte Osterheider scharf attackiert und ihm schlampige Arbeit vorgeworfen.

Inzwischen ist der Gutachter erkrankt. Für ihn könnte Nahlah Saimeh, eine Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie einspringen.

Wilfried W. und Angelika W. müssen sich wegen Mordes durch Unterlassen vor Gericht verantworten.
Wilfried W. und Angelika W. müssen sich wegen Mordes durch Unterlassen vor Gericht verantworten.

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