"Horror-Haus": Angelika W. war vorbestraft

Paderborn/Höxter - Was sich tatsächlich jahrelang hinter den Türen des sogenannten "Horror-Hauses" in Höxter-Bosseborn abgespielt hat, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben. Denn vor Gericht widersprechen sich Wilfried und Angelika W. immer wieder.

Zog Angelika W. die Strippen im "Horror-Haus"?
Zog Angelika W. die Strippen im "Horror-Haus"?  © DPA

Beide sind wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt. Mehrere Jahre lang soll das Paar Frauen in das Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben. Zwei Frauen aus Niedersachsen starben infolge der Quälereien.

Bereits im September kam beim Verlesen von handgeschriebenen Notizen von Wilfried W. raus, dass seine Ex-Frau ihr eigenes Baby mit einer Stricknadel abgetrieben haben soll (TAG24 berichtete). Auch mehrere Hunde sollen von ihr misshandelt und getötet worden sein.

Am 49. Verhandlungstag las Richter Bernd Emminghaus schließlich eine Vorstrafe vor, die ihren Umgang mit Tieren bestätigt: Demnach soll Angelika W. im Februar 2013 zu 70 Tagessätzen zu je 15 Euro verurteilt worden sein, weil zwei Schweine und zwei Ziegen derart verwahrlost waren, dass das Veterinäramt bei ihr auftauchte. Das berichtete die Neue Westfälische.

Unklar ist weiter, wie das erste Mord-Opfer, Anika W., starb. Laut Wilfried W. soll Angelika sie nach einem Wutanfall gewürgt und so ohne sein Wissen getötet haben. Die Mitangeklagte schilderte den Tod der Frau anders. Ihrer Aussage nach soll Anika W. gestürzt und auf den Hinterkopf gefallen sein.

Da die Leiche der 33-Jährigen nie gefunden wurde (TAG24 berichtete), kann die tatsächliche Todesursache vermutlich nie geklärt werden.

Titelfoto: DPA


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