Hat die Ex-Geliebte von Wilfried W. im "Horror-Haus"-Prozess gelogen?

Paderborn - Der 43. Verhandlungstag brachte ordentlich Schwung in den Horror-Haus-Prozess von Höxter-Bosseborn. Michaela K. (45), die Ex-Geliebte von Wilfried W. (48), belastete den Angeklagten schwer.

Das Gutachten von Nahlah Saimeh kommt vermutlich Anfang Juli.
Das Gutachten von Nahlah Saimeh kommt vermutlich Anfang Juli.  © DPA

Gemeinsam mit seiner Ex-Frau Angelika W. (49) sitzt er seit Oktober 2016 vorm Landgericht Paderborn auf der Anklagebank, weil sie gemeinsam auf ihrem Gehöft Frauen gequält haben sollen. Zwei kamen dabei ums Leben.

Am Dienstag fand nach der Osterpause der 44. Prozesstag statt. "Eigentlich haben wir heute nichts Spannendes", erklärte der Vorsitzende Richter Bernd Emminghaus laut der Neuen Westfälischen direkt zu Beginn.

Für Anfang Juli sei die Veröffentlichung des psychiatrischen Gutachtens zu Wilfried W., das Nahlah Saimeh erstellt, geplant. Eine Überraschung hatte der Richter dann aber doch noch parat!

Otto Wedel, wie sich ein Schreiber nennt, der einen Brief an Oberstaatsanwalt Ralf Meyer richtete, belastet Michaela K. nun schwer. Er behauptet, sie hätte in ihrer Aussage vor Gericht falsch ausgesagt.

Der Mann will die 45-Jährige in den 90ern beobachtet haben. Demnach sei sie schwanger gewesen und habe Wilfried W. häufig schikaniert. Gleichzeitig seien beide "wie zwei Turteltauben" gewesen.

Wilfried W. soll über Jahre hinweg Frauen nach Ostwestfalen gelockt und schwer misshandelt haben.
Wilfried W. soll über Jahre hinweg Frauen nach Ostwestfalen gelockt und schwer misshandelt haben.  © DPA

Da der Oberstaatsanwalt als "ungerecht und hart" gelte, habe er sich nicht als Zeuge gemeldet. "Ihr Ruf eilt Ihnen voraus", beklagte der Briefschreiber.

Darauf folgten frauenfeindliche Abschnitte. "Wissen Sie, wozu Frauen fähig sind, wie sie lügen, um sich zu rächen?" Der Angeklagte sei ein Mann, der sich vor "dominanten Frauen ducken und sich nicht wehren" würde.

Ob der Richter diesen Anschuldigungen nachgehen wird, ist noch offen. Zuerst müsse dazu Otto Wedel, sollte der Mann tatsächlich so heißen, ausfindig gemacht werden.

Der Oberstaatsanwalt will aber wohl auf diesen Zeugen verzichten. Erst am 27. April geht es mit dem 45. Verhandlungstag weiter.

Titelfoto: DPA


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