Kommt jetzt das neue Gutachten im "Horror Haus"-Prozess?

Paderborn - Der "Horror Haus"-Prozess von Höxter-Bosseborn geht vorm Landgericht Paderborn mittlerweile in die 42. Verhandlungsrunde.

Detlef Binder (Mitte) vertritt Wilfried W. (48, links) vorm Gericht. Die Ex-Frau des 48-Jährigen, Angelika W. (rechts, 49), ist ebenfalls angeklagt.
Detlef Binder (Mitte) vertritt Wilfried W. (48, links) vorm Gericht. Die Ex-Frau des 48-Jährigen, Angelika W. (rechts, 49), ist ebenfalls angeklagt.  © DPA

Wilfried (48) und Angelika W. (49) müssen sich seit gut 17 Monaten wegen der mutmaßlichen Misshandlungen mehrerer Frauen auf ihrem Gehöft in Bosseborn verantworten.

Über Jahre hinweg soll das Paar seine Opfer nach Ostwestfalen gelockt und dort gefoltert haben. Der 48-Jährige und die 49-Jährige sind wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt. Zwei Frauen starben durch die Quälereien.

Am vergangenen Prozesstag wurden Gutachten der Neurochirurgie der Uniklinik Münster vorgestellt (TAG24 berichtete). Oberstaatsanwalt Ralf Meyer hatte diese in Auftrag gegeben, um die Todesumstände von Susanne F. näher zu beleuchten.

Demnach wäre der Tod der 41-Jährigen noch zu verhindern gewesen, wenn die beiden Angeklagten die Frau mit Hirnblutungen rechtzeitig ins Krankenhaus gebracht hätten. Laut einem ersten Gutachten der Uni Göttingen wäre die Frau auch gestorben, wenn sie rechtzeitig behandelt worden wäre.

Der Anklagepunkt Mord wegen Unterlassen geriet deshalb im vergangenen Jahr bei diesem Opfer ins Wanken. Ob es sich um versuchten oder vollendeten Mord handelt, muss jetzt das Gericht bei einer Befragung der beiden Gutachter klären.

TAG24 berichtete wie immer im Live-Ticker vom 42. Verhandlungstag.

Update, 10.50 Uhr: Am Dienstag wurde lediglich ein Schriftstücke verlesen, damit der Prozess am 27. März planmäßig weiterlaufen kann.

Titelfoto: DPA