Darum fällt der Horror-Haus-Prozess erneut aus

Schon wieder fällt der Prozess um das Horror-Pärchen Angelika W. und Wilfried W. aus.
Schon wieder fällt der Prozess um das Horror-Pärchen Angelika W. und Wilfried W. aus.

Paderborn - Der Prozess um die tödlichen Misshandlungen in einem Haus in Höxter am Landgericht Paderborn tritt auf der Stelle.

Nach Auskunft des Vorsitzenden Richters Bernd Emminghaus fällt der Prozesstag am Dienstag aus. Einer der Richter ist krank. Das Gericht wird deshalb erst in der nächsten Woche bekanntgeben, wie es mit dem Gutachter Michael Osterheider weitergeht.

Der Professor der Uni Regensburg steht in der Kritik, weil er sich in seiner Vernehmung zu Gesprächen mit dem Angeklagten Wilfried W. in Widersprüche verwickelt und sich anschließend wiederholt krank gemeldet hatte.

Die Verteidiger hatten ihm darauf das Vertrauen entzogen. Ihr Vorwurf des Abrechnungsbetrug ist nach Überprüfung durch das Gericht aber inzwischen vom Tisch. Ein Gespräch eines Mitarbeiters mit Wilfried W. in der Justizvollzugsanstalt Detmold hat Osterheider nicht abgerechnet.

Wilfried W. (47) und seine Ex-Frau Angelika W. (48) sind wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt. Das Duo soll über Jahre hinweg mehrere Frauen in das Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben. Zwei Frauen aus Niedersachsen starben infolge der Quälereien.

Update, 10.45 Uhr: Wie die Neue Westfälische berichtet, soll Nahlah Saimeh, die bereits das psychiatrische Gutachten von Angelika W. machte, nun die Aufgaben von Michael Osterheider übernehmen. Der Vorsitzende Richter Bernd Emminghaus bestätigte gegenüber der Zeitung, dass Überlegungen in diese Richtungen gehen:

"Der Trend geht Richtung Nahlah Saimeh. Sie hat an allen Verhandlungen teilgenommen, war bei allen Zeugenbefragungen zugegen und konnte sich ein Bild vom Angeklagten machen." Die Gutachterin solle selbst entscheiden, ob bereits vernommene Zeugen dann nochmals vorgeladen werden.


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