Horrorhaus-Prozess: Wilfried W. muss wirklich in den Knast

Paderborn – Das Urteil steht nun endgültig fest und der Angeklagte Wilfried W. muss in den Knast.

Das Urteil für Wilfried W. ist nun rechtskräftig.
Das Urteil für Wilfried W. ist nun rechtskräftig.  © DPA

Im Fall der tödlichen Misshandlungen von Höxter muss Wilfried W. nun wirklich ins Gefängnis. Die Prozessbeteiligten haben auf eine Revision verzichtet.

Das Urteil gegen Wilfried W. ist also rechtskräftig. Das Landgericht Paderborn hatte den 48-Jährigen Anfang Oktober im Prozess um das Horrorhaus von Höxter zu einer 11-jährigen Haftstrafe verurteilt.

Wilfried W. wurde wegen versuchten Mordes durch Unterlassen angeklagt und nun rechtskräftig verurteilt. "Seine Verteidiger und die Staatsanwaltschaft haben keine Revision eingelegt", sagte ein Gerichtssprecher.

Seine Komplizin Angelika W. wurde zu 13 Jahren Haft verurteilt. Ihre Verteidigung hatte die Rechtsmittel genutzt: "Auf Mord durch Unterlassen ist bislang sehr selten von deutschen Gerichten entschieden worden. Ich habe, wie bereits im Gericht angekündigt, fristwahrend Revision eingelegt", sagte der Rechtsanwalt Peter Müller. Dieser möchte sich zuerst das schriftliche Urteil anschauen, das bisher noch nicht vorliege.

"Im neuen Jahr entscheiden wir dann, ob es bei der Revision durch den Bundesgerichtshof bleibt", erläuterte der Rechtsanwalt. In ihrem Prozess hatte das Landgericht strafmildernd die Kronzeugenregelung angewandt. Erst durch die umfassende Aussage der 49-Jährigen war der Tod eines der zwei Opfer in dem Haus in Höxter aufgeklärt worden, obwohl es keine Leiche gab.

Über Jahre hinweg hatte das deutsche Paar Frauen mit Kontaktanzeigen in das Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort seelisch und körperlich schwer misshandelt. Zwei Frauen aus Niedersachsen überlebten die Quälereien nicht.

Die beiden Angeklagten, Angelika und Wilfried W., wurden zu langen Haftstrafen verurteilt.
Die beiden Angeklagten, Angelika und Wilfried W., wurden zu langen Haftstrafen verurteilt.  © DPA

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